21.09.
Bereits um 06:00 Uhr schellte der Wecker – ich wollte gerne den Sonnenaufgang fotografieren. Das Thermometer zeigte nur 13 °C an, und ich musste mir tatsächlich einen Pulli überziehen. Verrückte Wüstenwelt!
Das frühe Aufstehen hatte sich aber gelohnt!
Mein obligatorischer Griff zu meinen zwei verbleibenden Eisbechern im Eisfach ergab: steinhart gefroren! Eigentlich hatte ich es nicht gedacht – oder wollte es nicht wahrhaben –, aber scheinbar war die Temperatur im Kühlschrank doch unglaublich abhängig von der Außentemperatur. Das war bei den Gasdingern früher einfach nicht der Fall.
Egal! Falls ihr auch mal mit dem Womo hier unterwegs seid und es heiß wird, hier ein paar Tipps:
• Parkt das Womo, wenn möglich, immer mit der Kühlschrankseite im Schatten oder fahrt die Markise ein Stück aus.
• Friert über Nacht Wasserflaschen im Eisfach ein. Lasst ein paar im Eisfach und legt mindestens vier tagsüber in den Kühlschrank.
• Packt generell keine zu warmen Sachen in den Kühlschrank. Und wenn doch nötig, dann am besten abends.
Um 08:00 Uhr waren wir soweit fertig und fuhren los. Auf dem Plan stand ein kompletter Tag im Joshua Tree Nationalpark. Als Erstes machten wir den kleinen Spaziergang zum Skull Rock, zum Face Rock und anschließend zum Split Rock.
Der Himmel war bedeckt – was mich unter normalen Umständen fototechnisch total genervt hätte, fanden wir heute einfach richtig klasse. Nach dem brütend heißen Tag gestern genossen wir es, bei lediglich 24 °C durch die felsige Landschaft zu spazieren. Bei der Hitze, wie sie gestern war, hätten wir das, glaube ich, nicht gemacht. Aber so war es total angenehm. Und dann kamen tatsächlich ein paar Tropfen vom Himmel – unglaublich!
Die Landschaft war wirklich beeindruckend. Die runden, fast skurril geformten Felsen bestehen größtenteils aus Granit, der sich vor Millionen von Jahren tief unter der Erdoberfläche gebildet hat. Durch Erosion, Wind und Wetter sind daraus die bizarren, wie übereinander gestapelten Steine entstanden, die heute so typisch für den Joshua Tree Nationalpark sind. Mal sehen sie aus wie aufeinandergetürmte Kieselsteine, mal wie versteinerte Gesichter.
Auf dem Weg zum Visitor Center spazierten wir noch eine kleine Runde zum Arch Rock und zum Heart Rock.
Mein Schnupfen war zum Glück deutlich besser geworden, aber dafür hatte ich Tom angesteckt. Na ja – das war ja leider abzusehen. Aus diesem Grund sind wir auch nur kleine Runden gelaufen. Wobei mein Hase ja eh nicht der große Wandersmann ist. *lach*
Am Visitor Center angekommen, kauften wir den Jahrespass – den America the Beautiful Pass – für 80 $ (68,50 €). Mein Hase gönnte sich außerdem noch einen sündhaft teuren Sonnenhut (41 $!!). Aber gut – Hauptsache, der Kopf bleibt kühl.
Zum Glück konnten wir dort in der Nähe auch noch dumpen und legten anschließend eine kleine Mittagspause am Straßenrand ein. Tom ließ sich eine Krabbensuppe schmecken, während ich mich mit einem Joghurt begnügte. Gut gestärkt starteten wir dann zu einer kleinen Runde durch den Kakteengarten.
Im Cholla Cactus Garden stehen hunderte dieser bizarr wirkenden „Teddybär-Kakteen“ dicht an dicht, so weit das Auge reicht. Kuschelig sahen sie zwar aus, aber wehe, man kam ihnen zu nah! Schon beim bloßen Hinschauen spürten wir förmlich, warum die Ranger vor diesen stacheligen Gesellen warnen.
Wie war das gestern noch? In der Wüste sticht oder beißt alles! *ggg*
Als letzter Tagesstopp stand die Runde zum Barker Dam auf meinem Zettel. Auf dem Weg dorthin sprang plötzlich ein Mann vor uns auf die Straße und deutete nach unten. Ups – da lief eine ziemlich große Tarantel über den Asphalt, und er wollte verhindern, dass sie überfahren wurde. Krasser Scheiß! Was für ein riesiges Vieh!
Die Strecke zum Barker Dam war wieder wunderschön zu laufen – zwischen den Granitfelsen, Kakteen und den Joshua Trees.
Am Damm angekommen, guckten wir etwas blöd aus der Wäsche – wir hatten uns doch etwas mehr Wasser erhofft.
Auf dem Rückweg zum Camper stoppten wir noch an ein paar Petroglyphen, die von amerikanischen Ureinwohnern in die Felsen gehauen worden waren.
Schon um kurz nach 17:00 Uhr kamen wir wieder am Campingplatz an und chillten eine Weile. Das tat auch mal gut.
Beim Abendessen bestaunten wir den tollen Sonnenuntergang.
Kilometer: 144
Wetter: bedeckt mit ein paar Tropfen, 13 °C – 27 °C