USA 2025 Tag 30

15.10. / 16.10.

Jetzt war er da – der Abreisetag. Unglaublich, wie immer. Wo bitte waren die vier Wochen geblieben? Wir hatten so unfassbar viele schöne Dinge gesehen, so tolle Momente erlebt – das müssen wir jetzt erst einmal alles verarbeiten.

Aber nun hieß es erst einmal: den Camper abgeben und sicher nach Hause kommen. Um 07:00 Uhr standen wir auf und räumten wehmütig die letzten Sachen zusammen. Irgendwie war das schon ein komisches Gefühl – in den letzten Wochen war dieses rollende Zuhause unser kleines Reich gewesen. Wir hatten uns in dem Camper wirklich richtig wohlgefühlt.

Na ja, es half alles nichts. Wir packten die restlichen Sachen zusammen und natürlich war das wieder ein totales Chaos. Alles, was noch übrig war, passte partout nicht mehr in den letzten offenen Koffer. Also musste ich wieder alle anderen Koffer aufreißen, umsortieren, raussortieren, neu quetschen… und am Ende musste leider ein etwas älterer Pulli, der ohnehin nicht mehr so schön war, in Amerika bleiben. Dann passte endlich alles – sehr gequetscht, aber immerhin.

Unsere geplante Abfahrtszeit von 08:30 Uhr verschob sich dadurch auch auf kurz nach 09:00 Uhr. Immerhin konnten wir vorher noch unseren Grill sowie die restlichen Rollen Klopapier, Taschentücher und Einmalhandschuhe an ein nettes polnisches Pärchen weitergeben, das gerade erst seinen Roadtrip startete.

Nachdem wir den Tank noch einmal vollgemacht hatten, kamen wir um 09:45 Uhr wieder bei Road Bear an. Dort luden wir unsere Koffer aus und setzten uns mit einem Kaffee auf die Bänke – genau dort, wo wir vor vier Wochen auf unseren Camper gewartet hatten. Ein komisches Gefühl, so am Ende dieser langen Reise.

Jerry verschwand mit unserem Camper und keine 20 Minuten später stand er wieder vor uns, drückte uns einen Zettel in die Hand und meinte nur: „Alles okay, ihr könnt fahren.“ Der kleine Wassereinbruch im Bad durchs Fenster war offenbar kein Problem, ebenso wenig wie die verloren gegangene Dichtung am Frischwasserschlauch.

Etwas angewidert waren wir dort über das Give-&-Take-Regal. Da können Leute alles abstellen, was sie nicht mehr brauchen – Lebensmittel oder Sonstiges. Aber ehrlich: Das war ein Anblick! So viele offene und halbvolle Dinge – ein Eierkarton, der in der Wärme stand, eine aufgerissene Tüte Marshmallows, in der bereits die Ameisen lebten, eine halbe Rolle Toilettenpapier, eine angebrochene Packung Reis, die schon fast so aussah, als hätten Mäuse daran geknabbert. Dazwischen versiffte Tuben Sonnencreme und anderes, inzwischen recht fragwürdig aussehendes Zeug. *schüttel*

Zum Glück waren wir alles rechtzeitig losgeworden. Nur unsere halbvolle Flasche Desinfektionsmittel und das kleine Fläschchen Seife gesellten sich noch dazu.

Um kurz vor 11:00 Uhr düsten wir dann mit dem Shuttlebus zum Flughafen. Eine Stunde dauerte die Fahrt… *gähn*

Am Flughafen angekommen, blickten wir etwas entsetzt auf die große Anzeigetafel: Die Condor-Schalter würden erst in zweieinhalb Stunden öffnen. Na prima. Also hatten wir jetzt zweieinhalb Stunden unsere Koffer an der Backe. Wie ich das hasse.

Bevor wir uns aber überhaupt ein gemütliches Plätzchen suchen konnten, mussten wir beide erst einmal dringend zur Toilette – der Kaffee von Road Bear musste schließlich wieder raus. Als wir dann endlich einen halbwegs ruhigen Platz gefunden hatten, ließen wir uns nieder, beobachteten das bunte Treiben um uns herum und vertrieben uns ein bisschen die Zeit im Internet.

Irgendwann, gegen 14:00 Uhr, schlenderten wir dann einfach schon mal rüber zu den Schaltern – und siehe da: Sie waren geöffnet! Wir konnten direkt einchecken, ganz ohne Warterei. Unsere vier Koffer wogen zusammen übrigens 101 Kilogramm! Somit hatten wir 19,5 kg mehr als auf dem Hinweg. Wenn man jetzt noch die Sachen abzieht, die wir dort gelassen haben – Duschgel, Shampoo und diverse alte Kleidungsstücke –, würde ich sagen, hat der Kaufrausch ordentlich zugeschlagen! *lach* Die USA sind aber auch ein Shopping-Paradise!

Die Schlange an der Sicherheitskontrolle war allerdings ellenlang, und so mussten wir über 30 Minuten anstehen, bevor endlich unsere Sachen durchleuchtet wurden. Danach steuerten wir direkt die Lounge an. Condor-Gäste durften die Air France Lounge mitbenutzen – und die war wirklich großartig: unfassbar ruhig, weitläufig und mit richtig gutem Essen. Besonders der Salat mit Walnüssen und Süßkartoffeln war köstlich, aber auch der Lachs und die Macarons waren ein Traum. Wir probierten uns quer durchs Buffet und ließen uns dabei Wein, Whisky und Kaffee schmecken.

Richtig entspannt, rundum zufrieden und mit einem leichten Schwips machten wir uns gegen 16:30 Uhr langsam auf den Weg zum Gate. Dort lief alles völlig reibungslos – das Boarding ging schnell, und kurz darauf saßen wir auf unseren tollen Plätzen 3 E und 3 F.

Zur Begrüßung gab’s ein Glas Champagner und ein heißes Tuch – da fühlten wir uns gleich rundum gut aufgehoben. Mit ein paar Minuten Verspätung starteten wir schließlich um 17:40 Uhr. Der Pilot hatte aber bereits angekündigt, dass wir guten Rückenwind hätten und so würden wir trotz allem etwas früher in Frankfurt landen.

Nach etwa einer Stunde Flugzeit gab es das Abendessen, und danach schaute ich mir eine Reportage über einen Nationalpark in den USA an – was auch sonst. Ich hatte dabei tatsächlich Tränen in den Augen und ließ noch einmal Revue passieren, welche unglaublichen Landschaften wir gesehen hatten und was für ein Glück wir haben, das alles überhaupt erleben zu dürfen. Wir sind so unendlich dankbar dafür.

Gegen 22:00 Uhr versuchte ich ein wenig zu schlafen. Drei Stunden lang wälzte ich mich von rechts nach links, schlief zwischendurch zwar immer mal wieder ein, aber nie richtig gut, tief und fest – aber egal.
Tom dagegen hatte überhaupt nicht geschlafen, das war auch nicht besser. Also knöselten wir einfach gemeinsam weiter ein bisschen rum, schauten Fernsehen und ließen uns dann gegen 03:00 Uhr nachts (USA-Zeit) – also 12:00 Uhr deutscher Zeit – ein Frühstück schmecken.

Überpünktlich um 13:10 Uhr landeten wir in Frankfurt. *seufz*
Auf die Koffer mussten wir noch eine Weile warten, aber um 14:30 Uhr saßen wir bei Philipp im Auto, der uns netterweise vom Flughafen abgeholt hatte.

Um 17:25 Uhr fuhren wir durch unser kleines Dorf und schließlich in unsere Straße. Nach vier Wochen unterwegs fühlte sich das irgendwie seltsam vertraut und gleichzeitig völlig unwirklich an – wir waren tatsächlich wieder zu Hause…


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