USA 2025 Tag 31

Fazit

Wie fasst man diese vier Wochen zusammen? Jetzt, zwei Wochen nach unserer Rückkehr, sitze ich am Rechner, draußen fegt der Wind, und heftiger Regen prasselt gegen das Fenster. In Gedanken bin ich immer noch im warmen Südwesten der USA und mein Herz wird schwer. Wir würden am liebsten direkt zurück!

Im Kopf haben wir so wundervolle Erinnerungen, und beim Fotos-Anschauen fühlt sich alles fast ein bisschen unwirklich an.

Wir haben Wüsten gesehen, in denen die Luft flimmerte, und Wälder, in denen Bäume stehen, die älter sind als fast jedes menschliche Bauwerk. Wir sind über traumhafte Passstraßen gefahren, durch Slot Canyons gelaufen, haben den Wind auf den Dünen gespürt und die Stille zwischen roten Felsen. Wir haben die Milchstraße über uns gesehen, traumhafte Sonnenuntergänge und ja, auch die blinkenden Lichter von Las Vegas. Es gab Lagerfeuer und so manche schöne Tiersichtung. Dazu eine Landschaft, die oft nicht von dieser Welt zu sein schien.

Jeder Tag war anders: manchmal laut und bunt, manchmal still und atemberaubend schön. Wir haben gelacht, geflucht, gestaunt, geschwitzt und gefroren und wieder einmal gemerkt, wie sehr uns das Reisen verbindet. Außer beim Wandern… *lach*

Mit dem Wetter hatten wir wirklich unglaubliches Glück. Wir hatten so gut wie keinen Regen. In einer USA-Facebook-Gruppe sah ich ständig, dass es überall, kaum dass wir weitergefahren waren, ordentlich zur Sache ging. Es gab Fotos von Regen, Nebel und Überschwemmungen – alles, was wir zum Glück verpasst hatten.

In Oatman wurde die Straße kurz nach unserem Besuch zum reißenden Bach, im Bryce Canyon und im Arches Nationalpark herrschte wenig später grauer Himmel, Regen und null Sicht – während wir Sonne pur hatten. Selbst in Monument Valley erwischte uns der Regen auf unserer Tour erst in den letzten zehn Minuten, während die nächste Tour komplett ins Wasser fiel.

Und dann die vorrübergehende Sperrung des Tioga Passes – nur vier Tage, nachdem wir ihn noch bei bestem Wetter überquert hatten. Kurz gesagt: Das Wetter war auch diesmal auf unserer Seite und dafür sind wir unglaublich dankbar.

Unsere Highlights? Schwer zu sagen. Eigentlich war die komplette Reise ein Highlight!
Aber wenn wir uns festlegen müssten:

  • Der Grand Canyon, weil er so unfassbar gigantisch ist.
  • Canyonlands, Arches und Yosemite, weil die Natur dort einfach alle Register zieht.
  • Die Riesenmammutbäume, weil man dort gar nicht anders kann, als ehrfürchtig zu werden.
  • Der Antelope Canyon, weil es ein Ort ist, an dem man denkt: „Das kann doch nicht echt sein!“
  • Der Abend auf der Fremont Street, weil er laut, verrückt und einfach legendär war.
  • Und natürlich der kleine Schwarzbär am Straßenrand, weil er das i-Tüpfelchen der Reise war.

Aber das Schönste war wie immer das Gefühl, unterwegs zu sein – dieses Kribbeln, wenn man morgens nicht weiß, was der Tag bringt. Das vertraute Brummen des Campers. Der Kaffee in der Morgensonne. Und diese Freiheit, einfach loszufahren und zu schauen, wohin der Weg führt.

Natürlich gab’s auch Pannen, Ameisen, Regen, Gasalarme, einen warmen Kühlschrank und so manche Verwirrung beim Dumpen – aber das gehört dazu. Ohne kleine Missgeschicke wäre es ja nur halb so lustig.

Was bleibt?
Dankbarkeit. Für all die Momente, die Menschen unterwegs, für Sonne und Sternenhimmel, für warme Duschen nach kalten Nächten und für unseren treuen Camper, der uns sicher durch all das gefahren hat.

Und eines ist sicher: Das war nicht unsere letzte große Tour. Amerika hat uns wieder einmal mitten ins Herz getroffen und wir wissen jetzt schon, dass wir zurückkehren werden. Vielleicht dorthin, wo wir diesmal nur kurz vorbeigeschaut haben. Vielleicht auf ganz neuen Wegen. Aber sicher wieder mit offenem Herzen, vollem Tank und jeder Menge Vorfreude.

Bis dahin bleiben die Erinnerungen und sie sind goldwert.


Sätze des Urlaubs:
„Guck dir das an!“
„Ich kann nicht glauben, dass wir jetzt hier stehen!“
„Das sieht so unwirklich aus!“
„Wie weit ist es noch?“ – „Zwei Stunden!“

Gefahrene Kilometer: 5.280
Billigstes Tanken: 2,97 $ (2,52 €) pro Gallone (3,7 l)
Teuerstes Tanken: 5,89 $ (5,10 €) pro Gallone (3,7 l)
Kosten Tanken insgesamt: 1.168,63 €
Wechselkurs: 1 US-Dollar ≈ 0,85 € (ca. 10 % niedriger als im September 2023)

Höchster Punkt: 3.031 m (Tioga Pass)
Tiefster Punkt: –1 m (Death Valley Badwater Road-Bereich)
Gemachte Bilder: 10.152
Seiten Reisebericht: 101

Reisetage: 30
Sonnentage: 26
Tage mit Regen: 4
Höchste Temperatur im Womo: 39,8 °C
Niedrigste Temperatur im Womo: 9,8 °C
Höchste Temperatur draußen: 47,7 °C
Niedrigste Temperatur draußen: 3 °C

Besuchte Nationalparks: 11
Die häufigsten Tiere: Eichhörnchen (ca. 758)
Verbrauchte Halsbonbons: 46
Boxen Taschentücher: 4
Zugenommene Kilos: + 1,5
Gekaufte T-Shirts Tanja: 14
Gekaufte T-Shirts Tom: 8
Vergessene Klappe beim Losfahren: mindestens 1x (wir sagen nicht, wer’s war…)
Pumpkin-Spice-Getränke: nie genug
Wärmflaschen-Nächte: 4 (alle erfolgreich überlebt)


Tag 30 / Übersicht