USA 2025 Tag 12

27.09.

In der Nacht hatten wir eigentlich richtig gut geschlafen – bis um 04:45 Uhr im Nachbarauto plötzlich die Alarmanlage losging. Das deutsche Pärchen hatte im Wagen übernachtet und dabei wohl versehentlich den Alarm ausgelöst. Vielen Dank auch! *grummel* An erholsamen Schlaf war danach erstmal nicht mehr zu denken – ich wälzte mich von rechts nach links und wieder zurück. Bis ich schließlich wieder einschlief, verging eine ganze Weile.

Kurz vor 07:00 Uhr klingelte dann pünktlich unser Wecker zum Sonnenaufgang. Und der zeigte sich dank der Wolken von seiner allerschönsten Seite. Ich genoss die ruhige Zeit, während Tom noch selig weiterschlummerte – schließlich lag heute wieder eine lange Fahrt vor ihm.

Aber erstmal gab es nach dem Sonnenaufgang einen heißen Kaffee und ein gemütliches Frühstück in der Sonne.

Anschließend durfte er sich für ganze drei Stunden durchs Monument Valley kutschieren lassen. Auch diese Jeep-Tour hatte ich bereits von Deutschland aus gebucht – sicher ist sicher. Denn die Strecke darf man nur mit einem 4×4-Fahrzeug befahren, und mit unserem Wohnmobil hätten wir dort keine Chance gehabt.

So nahmen wir zusammen mit vier anderen Deutschen und einem Paar aus Illinois Platz in Bobbys Jeep. Bobby gehörte zu den Navajo und hatte eine Menge zu Land und Leuten zu erzählen. Er kutschierte uns durchs wunderschöne Monument Valley, berichtete über seine Vorfahren und zeigte uns uralte Felsenzeichnungen – Petroglyphen der Anasazi, die hier ungefähr von 400 v. Chr. bis 1300 n. Chr. lebten. Es war faszinierend, diese Spuren der Geschichte direkt vor Augen zu haben.

Dann spielte Bobby auch noch auf einer Native American Flute – Gänsehaut!

Fun Fact am Rande: Die saubere Unterhose, die ich morgens noch vergeblich gesucht hatte – und von der ich genau wusste, dass ich sie in der Hand gehabt hatte – fand ich schließlich mitten auf der Jeep-Tour wieder. Und zwar brav zusammengeknüllt in meiner Hoodietasche vorne am Pulli. So fuhr also auch meine frische Unterhose einmal mit uns durchs Monument Valley. Gesehen hat sie zwar nichts, aber hoffentlich hat’s ihr trotzdem gefallen. *gröhl*

Die Fahrt war holprig und staubig, aber genau das machte den Reiz aus – wir hatten richtig viel Spaß. Klar, das Wetter hätte etwas besser sein dürfen, aber wir ließen uns die Laune nicht verderben. Gegen Ende der Tour setzte sogar leichter Regen ein, und Bobby verteilte Ponchos – natürlich hatte ich meinen prompt verkehrt herum angezogen. Ganz toll, Tanja! *ggg*

Nach der Jeep-Tour kochten wir uns im Wohnmobil erstmal einen heißen Tee. Vorher kippten wir draußen vor dem Camper aber unsere Schuhe aus – die waren bis obenhin voll mit rotem Sand. Draußen waren gerade mal 16 °C, und mir war wirklich richtig kalt. Aber wir hatten Glück: Kaum saßen wir gemütlich im Camper, schlürften unseren Tee und aßen eine Kleinigkeit, da brach draußen ein kleines Unwetter los. Die armen Leute, die jetzt noch auf Jeep-Tour waren, bekamen garantiert einen richtig, richtig nassen Hintern.

Um 13:30 Uhr packten wir alles zusammen, verabschiedeten uns vom Monument Valley und machten uns auf den Weg nach Norden Richtung Moab. Natürlich legten wir unterwegs auch einen Stopp am Forrest Gump Point ein – die meisten werden die Stelle sofort wiedererkennen. Genau hier beendete Forrest Gump nach drei Jahren, zwei Monaten, 14 Tagen und 16 Stunden seinen legendären Lauf quer durch Amerika mit den Worten:

„I’m pretty tired. I think I’ll go home now.“

Passenderweise trug Tom heute – völlig unbeabsichtigt – ein Bubba Gump Shirt. Das musste natürlich für ein extra Foto herhalten. *lach*

Ein Foto vom Mexican Hat durfte natürlich nicht fehlen – dieser markante Felsen mit seiner Sombrero-Form liegt nicht weit hinter dem Forrest Gump Point. Der Stein, der wie ein großer, flacher Hut auf einem spitz zulaufenden Sockel balanciert, gab dem Ort seinen Namen.

Die nächsten 200 Kilometer zogen sich eher unspektakulär dahin, nur von einem kurzen Tankstopp unterbrochen. Die Landschaft war weit und karg, immer wieder durchbrochen von endlosen Geraden, die sich wie Lineale durch die Steppe zogen. Ab und zu rollten wir durch kleine Ortschaften, die allesamt ziemlich verschlafen wirkten. Viele Geschäfte waren geschlossen – manche wohl nur für den Tag, andere sahen so aus, als hätten sie schon seit Jahren keine Kundschaft mehr gesehen.

Die Wilson Arch lag direkt am Straßenrand und war kaum zu übersehen: ein riesiger, rötlicher Sandsteinbogen mit einer Spannweite von rund 28 Metern und einer Höhe von etwa 14 Metern.

Als wir schließlich in Moab ankamen, fühlten wir uns nach all der Einsamkeit fast ein wenig reizüberflutet. Überall Lichter, Menschen, Autos – Aaaah! Im City Market besorgten wir noch schnell etwas fürs Abendessen, bevor wir um kurz vor 19:00 Uhr unseren Campingplatz erreichten. Am Check-in war schon niemand mehr, also nahmen wir einfach den für uns vorbereiteten Zettel vom „Welcome Board“ und machten es uns auf Platz Nummer 42 gemütlich.

Gemütlich saßen wir noch eine Weile draußen, grillten die leckeren Lachs-Burger aus dem Supermarkt und genossen die laue Abendluft. Irgendwann wurde das Gähnen stärker als die Gespräche, und so fielen wir gegen 22:00 Uhr hundemüde, aber zufrieden ins Bett.

Kilometer: 247
Wetter: Sonne-Wolken-Mix mit Schauern, 12 °C – 26 °C
Campingplatz: Village Camp Moab (91 $; 84 €)
Full Hookup


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