01.06.
Die Betten waren zum Glück herrlich bequem, und ich hatte überraschend gut geschlafen. Tom hingegen weniger – ihm war zu warm in der Nacht, und zu allem Überfluss schlich sich auch noch eine Erkältung an. Bei mir leider ebenso: Halsschmerzen und eine verstopfte Nase begrüßten mich mit einem deutlichen „Hello!“ – da hatte uns Boris wohl erfolgreich angesteckt…
Nach einem recht ordentlichen Frühstück für Tom (ich frühstücke ja so gut wie nie), machten wir uns kurz nach 08:30 Uhr auf den Weg zum Fähranleger in Port Askaig. Tschüss, Islay!
Noch nie zuvor war es uns so leichtgefallen, die kleine Insel zu verlassen. So sehr wir die vergangenen Tage mit unseren Freunden genossen hatten – mit dem Festival waren wir für uns diesmal einfach… durch. Jeder Tag ähnelte dem anderen, überall war es voll, laut, manchmal anstrengend. Klar, wir hatten eine gute Zeit, haben viel gelacht, tolle Drams probiert und schöne Momente erlebt – aber fürs Erste war unser Islay-Festival-Fass gefüllt.
Die Überfahrt genossen wir zu viert draußen an Deck – bei herrlichstem Wetter, Sonne-Wolken-Mix und leichtem Wind im Gesicht. Das Meer war ruhig, die Stimmung entspannt, und so ließen wir die letzten Tage noch einmal Revue passieren.
In Kennacraig angekommen, empfing uns echtes schottisches Mittelwetter: Der plötzlich aufkommende, kräftige Wind jagte dunkle Wolken über den Himmel, während Sonne und Regen sich im Minutentakt abwechselten.
Mit Boris und Petra verabredeten wir, uns am nächsten Tag direkt am Hausbootanleger zu treffen. Tschüss, ihr Zwei!
In Oban war es zum Glück trocken, und Tom und ich schlenderten gemütlich durch die kleinen Läden der Stadt. Eigentlich wollte ich nur mal eben nach einer Seife schauen – tja, und wie das so ist: Am Ende standen wir mit drei gut gefüllten Tüten wieder am Auto. Typisch Urlaubsshopping!
Gut, eine der Tüten war immerhin für Charly – er hatte uns gebeten, ihm einen Whisky aus Oban mitzubringen. Aber der Rest? Ganz klar unser Kram! *lach* Irgendwie sammelt sich das Zeug im Urlaub ja immer wie von selbst an…
Mit leckerem Seafood von der grünen Bude in der einen Hand und einem köstlichen Kaffee von Hinba Coffee in der anderen machten wir uns gut gestärkt auf den Weg Richtung Fort William.
Als wir unser B&B erreichten, waren wir sofort begeistert. Es liegt etwas außerhalb von Fort William, leicht erhöht – mit einem traumhaften Blick auf die umliegenden Berge. Das Zimmer war groß, hell und liebevoll eingerichtet, mit einem kleinen Kühlschrank samt Milch und Wasser, einer Mini-Kaffeemaschine und – als Sahnehäubchen – diesem atemberaubenden Ausblick, ganz umsonst dazu. Und das alles für gerade einmal 10 Pfund mehr als unser Mini-Zimmer in Bridgend am Vorabend. Ein Unterschied wie Tag und Nacht!
Zum Abendessen hatten wir uns für den Inder in der Fußgängerzone entschieden – ein echter Klassiker für uns, und wie immer war das Essen köstlich. Mit wohlig vollen Bäuchen schlenderten wir anschließend noch einmal gemütlich an den bereits geschlossenen Geschäften entlang.
Zu meiner Freude hatte ein Laden tatsächlich noch geöffnet und natürlich konnte ich nicht widerstehen: Ein kleines Andenken wanderte direkt mit zur Kasse.
Zurück im B&B gab’s eine herrlich heiße Dusche, und nach einem kurzen Tee (oder war’s doch ein Whisky?) kuschelten wir uns zufrieden ins Bett. Keine fünf Minuten später waren wir auch schon eingeschlafen.
Kilometer: 216
Wetter: 15 °C, Sonne-Wolken-Mix mit vereinzelten Schauern
Unterkunft: Stag Lodge (160 £; 191 €)