17.09.
Die Nacht war – gelinde gesagt – super schlecht. Erst gegen 00:30 Uhr bin ich endlich eingeschlafen. Die Matratze war bretthart, und zu allem Überfluss ging meine Nase auf der rechten Seite zu. Da bekam ich kaum Luft, also wälzte ich mich ständig hin und her. Um 07:00 Uhr war die Nacht dann endgültig vorbei. Etwas gerädert kam ich unter der Dusche langsam wieder zu mir.
Um kurz nach 09:00 Uhr machten wir uns mit unserem ganzen Gepäck auf den Weg rüber zum Terminal 1. Tom hatte ebenfalls nicht gut geschlafen, und ziemlich müde schleppten wir beide unsere Koffer hinüber. Der Check-in verlief zum Glück völlig problemlos und erstaunlich schnell.
Vorab mussten wir allerdings noch unsere Dokumente, also ESTA und Rückflugticket, überprüfen lassen. Wir fragten uns nur, warum das überhaupt nötig war. Ob es in letzter Zeit vielleicht vermehrt Probleme bei der Einreise gab? Oder ob die Airlines einfach keine Lust mehr hatten auf all die Leute, die direkt wieder zurückfliegen mussten – und deswegen lieber vorab einmal alles checken? *grübel*
Danach konnten wir auf jeden Fall direkt unsere Koffer abgeben.
Auch der Security-Check war entspannt, wir waren zügig durch. Gegen 10:15 Uhr suchten wir uns ein nettes Café. Tom gönnte sich erst einmal in Ruhe ein leckeres Frühstück, während ich nur einen Latte Macchiato trank. Dabei lernten wir unsere Tischnachbarn aus Hamburg kennen – total nette Leute, die gerade auf dem Weg nach Schottland waren. Das machte sie gleich noch sympathischer.
Nachdem wir unsere Wasserflaschen am kostenlosen Trinkwasserbrunnen gefüllt hatten, suchten wir noch schnell die Toilette auf und waren dann ruckzuck am Gate B60. Von dort brachte uns ein Bus direkt zum Flugzeug, und wir bezogen die erste Reihe in der Premium Economy Class. Perfekt, mehr Beinfreiheit geht ja kaum.
Mit leichter Verspätung, rund 30 Minuten, starteten wir um kurz vor 13:00 Uhr Richtung Los Angeles. Zwei Passagiere hatten etwas getrödelt, und wir mussten leider auf sie warten.
Kurz nach dem Start gab es einen kleinen Snack, und eine Stunde später kam bereits das Mittagessen. Es gab superleckeres Hähnchen-Teriyaki mit Reis, Apfelkuchen und ein Brötchen mit Käse – wirklich alles sehr lecker! Leider schmeckten uns der bestellte Weißwein und der Rotwein überhaupt nicht. Na ja, Geschmackssache.
Nachdem das Essen verdaut war, beschlossen wir, auf Whisky-Cola und Gin Tonic umzuschwenken und beide waren richtig gut. So konnten wir in aller Ruhe nach dem Essen entspannen. Allerdings gab es da noch ein kleines Missgeschick: Der Hase hatte das Tischchen irgendwie „geschrottet“, es ließ sich nicht mehr richtig einklappen, und ich hatte meine mitgenommenen Kopfhörer demoliert. Na klasse! Aber wir konnten trotzdem lachen und es uns gut gehen lassen.
An der Küste Grönlands gab es dieses Mal leider nicht ganz so viel zu sehen – wir saßen auf der falschen Flugzeugseite.
Aber dafür konnte ich Toms Tischchen reparieren, und zufrieden suchte er sich einen Film aus. Irgendwie hatte ich keine Lust auf Fernsehen und kaufte für 20 Euro lieber das Onboard-Internet.
Nach sechs Flugstunden gab es ein kleines Eis und Kaffee – wer wollte. Mmmh, ich nahm lieber noch einen Gin Tonic.
Die Zeit zog sich… 11 Stunden und 10 Minuten sind schon echt lang! *gähn*
Blöderweise hatte durch die verschnupfte Nase mein Ohr angefangen zu jucken, und ich musste wie eine Bescheuerte daran herumdrücken und herummachen. Jetzt tat es mir so weh, dass ich tatsächlich zwei Ibus einwerfen musste. So ein Käse!
Etwa eineinhalb Stunden vor der Landung (22:30 Uhr deutscher Zeit) gab es noch einmal etwas zu essen: ein Stückchen Pizza, Salat, Obst und einen Keks.
Am Fenster zogen der Yellowstone NP, der Grand Teton NP und Salt Lake City vorbei.
Als wir die Reiseflughöhe verließen, bekam ich den Druckausgleich fast nicht geregelt. Bonbons, trinken und gähnen halfen leider wenig. Aufgrund der vorherigen Schmerzen (die dank Ibus weg waren) wollte ich jetzt auch nicht wieder an den Ohren herumdrücken. Ach, was ein Elend!
Um Punkt 15:15 Uhr (00:15 Uhr deutscher Zeit) setzte der Pilot supersanft auf amerikanischem Boden auf.
Um 15:37 Uhr reihten wir uns in die kurze MPC-Schlange ein, und nur 16 Minuten später hatten wir die Fragen der Grenzbeamtin beantwortet – was wir im Land wollen, wo wir übernachten werden, wie lange wir bleiben und welche Lebensmittel wir mitgebracht hätten.
Sie nahm unsere Fingerabdrücke, machte noch ein Foto von uns – und zack, war alles erledigt. Prima!
Die normale Schlange an den anderen Immigration-Schaltern war dagegen ellenlang, und wir hätten bestimmt ewig gebraucht. In der App kann man alles bereits von zu Hause aus ausfüllen, und wenn man am Zielflughafen angekommen ist, macht man ein Foto (am besten, wenn man schon in der Schlange steht) und hat dann eine Stunde Zeit, sich bei einem Grenzbeamten zu melden.
So standen wir bereits um 16:05 Uhr, also nur 50 Minuten nach der Landung, mit unseren Koffern vor dem Terminal und atmeten schwülwarme Luft ein.
Nun brauchten wir noch ein Taxi. Dafür gingen wir kurz über die Straße in ein Parkhaus, wo unten zwei Taxis standen. Zwei? Wir waren in L.A., am Flughafen! Da standen nur zwei Taxis? Hier stimmte doch irgendetwas nicht. Mal davon abgesehen, dass unsere vier großen Gepäckstücke in keines der kleinen Autos gepasst hätten, konnte das doch nicht alles gewesen sein. Wirklich hilfsbereit waren die beiden Taxifahrer außerdem leider auch nicht.
Also marschierten wir wieder zurück ins Terminal und schauten auf den Plan. Und siehe da – wir fanden einen großen Abschnitt namens LAX-it. Das ist der offizielle Sammelpunkt für alle Fahrdienste – also Taxis, Uber, Lyft und Co. – die direkt am Terminal nicht mehr halten dürfen. Dafür gibt es einen kostenlosen Shuttlebus, der ständig im Kreis fährt und die Fluggäste von den Terminals dorthin bringt.
Gesagt, getan: Wir stiegen in so einen Shuttlebus und ließen uns hinüberfahren. Und siehe da – dort war dann plötzlich das absolute Gegenteil von dem, was wir eben gesehen hatten: Unmengen an Taxis, Ubers und Lyfts, die nur darauf warteten, Leute einzusammeln. Genauso hatten wir uns das vorgestellt.
Ruckzuck waren wir mit dem Taxi am nur drei Kilometer entfernt liegenden Holiday Inn Express angekommen (20 $; 17 €).
Das große, weiche Bett hatte eine unglaubliche Anziehungskraft, aber es war erst kurz vor 17:00 Uhr, und wir wollten noch nicht schlafen – sonst wären wir spätestens um 01:00 Uhr nachts wieder hellwach gewesen.
Also machten wir uns noch einmal zu Fuß auf den Weg – zu Randy’s Donuts.
Und dann standen wir vor dem Donut. Ja, genau, dem Donut – diesem riesigen Teil auf dem Dach von Randy’s, das man schon aus zig Filmen kennt, unter anderem aus dem Katastrophenfilm 2012, in dem das ganze Ding spektakulär von einer Riesenwelle mitgerissen wird. Ich stand davor und dachte: Na hoffentlich bleibt er heute mal schön da oben.
Und wie sollte es anders sein? Bei Randy’s Donuts gab es natürlich einen Pumpkin Donut! Und da ich Pumpkin Spice über alles liebe und mich immer wieder wie verrückt auf die Saison in den USA freue, war meine Wahl natürlich sofort klar. Kein langes Überlegen, kein Blick auf die restliche Auswahl – einmal Pumpkin Cake Donut (tatsächlich mehr Kuchen als Donut), bitte! *yummy*
Nach der süßen Vorspeise musste Tom natürlich noch etwas Herzhaftes essen. Am ersten Urlaubstag darf er ja traditionell bestimmen, wo wir abends hingehen. Dieses Mal entschied er sich für Denny’s Diner. Meine erste Wahl wäre es definitiv nicht gewesen, aber nun gut – ich gab dem Ganzen eine Chance.
Und siehe da, erfreulicherweise entdeckte ich auf der Speisekarte tatsächlich Pumpkin Pecan Pancake Slam. Hurra! Toms Wahl war also am Ende doch ein Volltreffer. Während er mit glänzenden Augen seinen Smashburger bestellte, saß ich mit einem breiten Grinsen da, weil ich mich über diese saisonale Überraschung so freute.
Meine Kombination war aber auch ziemlich wild: der fluffige Pancake mit eingebackenen Pekannüssen, übergossen mit süßer Pumpkinsoße, dazu Hashbrowns, zwei Spiegeleier und Bacon – eine absolute Geschmacksexplosion im Mund! Ich fand’s richtig gut. Genau dafür feiere ich die Amerikaner: Sie scheuen sich nicht davor, alles Mögliche auf einen Teller zu packen, was man bei uns eher getrennt essen würde.
Tom grinste nur über meinen Pumpkin-Overload, während er genüsslich seinen Burger futterte.
Satt kauften wir im 7-Eleven noch etwas Wasser und schlichen wie zwei Zombies gegen 19:30 Uhr auf unser Zimmer. Eigentlich muss ich sagen, dass wir uns ganz tapfer geschlagen haben und gar nicht so müde waren. Klar, die Augen brannten und wir waren platt, aber dafür, dass wir schon so viele Stunden auf den Beinen waren, hielten wir uns erstaunlich gut.
Nachdem wir dann auch herausgefunden hatten, wie die Dusche funktionierte (vielleicht waren wir doch schon zu müde? *lach*), genossen wir eine Weile das heiße Wasser und schliefen anschließend erschöpft um 21:00 Uhr ein – 23 Stunden wach waren wirklich genug! *schnarch*
Kilometer: 9.300
Wetter: Sonne-Wolken-Mix, 27 °C
Unterkunft: Holiday Inn Express (210 €)