USA 2025 Tag 21

06.10.

Ich mag ja Vogelgezwitscher total gerne – aber morgens um 06:00 Uhr, nachdem wir die halbe Nacht in Las Vegas in der Fremont Street gefeiert haben? Nein, dann mag ich das überhaupt rein gar nicht. *gähn*

So wirklich kamen wir nicht in die Puschen, sortierten im Wohnmobil unsere Einkäufe vom Vortag, Hase frühstückte und ich genoss meinen Kaffee. Erst um 10:30 Uhr brachte uns Juan per Uber zum Luxor Hotel, von wo aus unsere Strip-Runde starten sollte.

Das Luxor Hotel ist dieses riesige, schwarze Pyramidengebäude mit dem leuchtenden Lichtstrahl, der nachts kilometerweit in den Himmel schießt – angeblich soll man ihn sogar noch aus dem Flugzeug sehen können. Ich weiß ja nicht…

Vom Luxor aus spazierten wir direkt hinüber zum Excalibur Hotel, das schon von außen aussieht wie ein kunterbuntes Märchenschloss – irgendwo zwischen Ritterburg, Disney-Festung und Mittelalter-Fantasie. Türmchen in Blau, Rot und Gold ragen in den Himmel, und der Eingang ist tatsächlich wie eine kleine Zugbrücke gestaltet – einfach herrlich kitschig!

Innen setzt sich das Ganze nahtlos fort: Steinoptik, Burgmauern, Ritterrüstungen und überall kleine verspielte Details. Man fühlt sich wirklich, als würde man in einer mittelalterlichen Festung herumwandern – nur eben mit blinkenden Spielautomaten, Souvenirshops und einer riesigen Lobbybar.

Und natürlich gibt es auch hier – wie in fast jedem Hotel in Las Vegas – ein riesiges Casino im Erdgeschoss. Kein Tageslicht, keine Fenster, und alles ist so verwinkelt, dass man irgendwann gar nicht mehr weiß, wo der Ausgang ist. Tom meinte lachend, das sei Absicht, damit man hier möglichst lange die Orientierung – und jegliches Zeitgefühl – verliert. Ganz ehrlich? Ich glaube, da hat er recht.

Direkt nebenan bummelten wir einmal durch das Hotel New York–New York, das mit seiner nachgebauten Skyline und der markanten Freiheitsstatue schon von außen richtig beeindruckend aussieht. Drinnen setzt sich das Großstadtgefühl fort – enge Gassen, Backsteinfassaden, kleine Diner und Pubs, alles wie eine Mini-Version von Manhattan.

Im Erdgeschoss entdeckten wir eine riesige Hershey’s Chocolate World, die wohl bekannteste Schokoladenmarke Amerikas. Der süße Duft zog uns direkt hinein – überall Schokolade, riesige Hershey-Bars, bunte Reese’s und sogar eine Freiheitsstatue komplett aus Schokolade!

Direkt dahinter gab es einen kleinen Stand, an dem S’mores frisch zubereitet wurden – das typische amerikanische Lagerfeuer-Dessert mit Keks, geschmolzener Schokolade und Marshmallow. Natürlich konnte ich da nicht widerstehen! Für 14 Dollar (12 €!) gönnte ich mir einen – und er war einfach himmlisch lecker. Ich genoss ihn draußen vor dem Hotel mit Blick auf den Strip.

Anschließend schlenderten wir an der nachgebildeten New-York-Skyline entlang, als Tom im Irish Pub unbedingt ein Guinness trinken wollte. Auch das machten wir natürlich – ein Guinness, eine Cola, und mit Trinkgeld waren wir bei 25 Dollar (22 €). Ja, ja… die Preise in Las Vegas sind schon echt nicht ohne.

Anschließend ließen wir uns gemütlich den Strip hinuntertreiben, vorbei an den unzähligen blinkenden Lichtern und Straßenkünstlern. Natürlich machten wir auch einen Stopp in der M&M’s World – vier Etagen purer Schokoladenwahnsinn!

Danach schlenderten wir weiter und landeten im Hard Rock Café, wo wir selbstverständlich nicht ohne neue T-Shirts wieder herauskamen.

Gemütlich bummelten wir noch durch einige Casinos und Geschäfte und schauten auch kurz bei Crazy Shirts vorbei. Hier war das Sortiment deutlich größer als in Palm Springs, weshalb schnell der Entschluss fiel, am nächsten Tag noch einmal mit dem Camper in die Stadt zu fahren – diesmal ganz gezielt zum Shoppen.

Für heute beließen wir es bei unseren Hard-Rock-T-Shirts, denn für The Sphere, wo wir um 17:30 Uhr Tickets hatten, durften keine großen Taschen mitgenommen werden. Die frisch gekauften Shirts wollten wir kurzerhand einfach überziehen – so zumindest der Plan.

Am Bellagio wollten wir uns eigentlich die berühmte Fontänenshow ansehen. Doch direkt davor befand sich eine große Baustelle, der gesamte Bereich war abgesperrt. Also gingen wir einfach zum Hotel selbst hinüber und konnten von dort, von der oberen Straße aus, immerhin einen leicht eingeschränkten Blick auf die Show erhaschen – durch ein paar Bäume hindurch, aber besser als gar nichts!

Der Bereich unten am Wasser war leider nur für Hotelgäste zugänglich – da hatten wir keine Chance. Naja, halb so wild: Die fünfminütige Show war trotzdem beeindruckend, und Las Vegas ist ja noch lange nicht abgehakt. Wir kommen ganz bestimmt noch einmal hierher, vielleicht dann mit etwas besserer Aussicht.

Nach der Show gingen wir noch ins Bellagio hinein. Wow! Die Lobby war wirklich atemberaubend – die berühmte Decke mit den bunten Glasblumen leuchtete über uns, und im Atrium gab es gerade eine große Herbst- und Kürbisausstellung. Das war natürlich ganz nach meinem Geschmack – überall leuchteten Orange-, Rot- und Gelbtöne, riesige Kürbisse, Herbstblätter und sogar ein paar fantasievolle Figuren aus Blumen. Ein bisschen drüber, wie überall in Las Vegas, aber irgendwie auch cool!

Allerdings war es auch extrem voll. In der Lobby zog sich eine regelrechte Zickzack-Schlange, fast wie in einem Freizeitpark. Das kannten wir ja schon aus dem Excalibur – auch dort hatte sich eine Menschenmenge vor dem Check-in gebildet. Wahnsinn, was hier in Vegas los ist – ein Superlativ jagt den nächsten!

Anschließend machten wir uns auf zur Sphere, wo ich im Vorfeld Karten für The Wizard of Oz gekauft hatte.

Die Sphere wurde erst im Jahr 2023 eröffnet und gilt als das größte kugelförmige Gebäude der Welt. Sie ist rund 112 Meter hoch, hat einen Durchmesser von etwa 157 Metern und bietet Platz für über 18.000 Zuschauer. Außen besteht die Kugel aus mehr als 1,2 Millionen LED-Panels, die einzeln angesteuert werden können – dadurch entstehen nachts diese spektakulären, bewegten 3D-Illusionen, die man schon von weitem über den Strip sehen kann. Manchmal ist sie ein riesiges Auge, manchmal ein Basketball, ein Planet oder – wie zu Halloween – ein Kürbis. Alles ist möglich!

Innen beeindruckt die Sphere mit einem 16K-Ultra-HD-LED-Bildschirm, der sich über die gesamte Innenwand spannt, und einem fortschrittlichen Soundsystem mit über 160.000 Lautsprechern. Selbst die Sitze sind technisch ausgestattet: Sie vibrieren, bewegen sich leicht und reagieren auf das, was auf der Leinwand passiert. Das sorgt für ein absolut immersives Erlebnis, bei dem man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein.

Als wir endlich den Eingang gefunden hatten, standen wir in einer riesigen Schlange vor dem kleinen Security-Check. Die Tasche mit unserem T-Shirt war zum Glück kein Problem – wir durften sie problemlos mit hineinnehmen. In der großen Halle machten wir noch ein, zwei Erinnerungsfotos, und natürlich ließ es sich Tom nicht nehmen, sich für 18 Dollar eine Dose Bier zu gönnen. 18 Dollar! Gut, da waren 710 Milliliter drin, aber trotzdem – schon ganz schön heftig.

Anschließend gingen wir zu unseren Plätzen und waren sofort beeindruckt von dieser gigantischen Kuppel. Das war wirklich der Hammer! Man steht oben an den Plätzen und hat das Gefühl, man wird irgendwie in die Tiefe gesogen. Wir schauten an die Kuppel und überlegten, ob das wohl eine Betonwand mit Projektion war oder doch LEDs – das sah irgendwie ganz seltsam aus. Einen kurzen Moment dachte ich: Oder ist das alles eine Täuschung?

Und was soll ich euch sagen – es war eine komplette Täuschung! Wir waren wirklich von den Socken, als der Film losging und sich plötzlich die Lautsprecher, die Bühne und die vermeintliche Betonwand in Luft auflösten. Das war richtig krass!

Der Film selbst war mega gemacht, und ich will hier gar nicht zu viel verraten. Wer es genau wissen möchte, darf weiterlesen – alle anderen sollten vielleicht den nächsten Absatz überspringen.

Es gab eine Szene mit einem Wirbelsturm, bei der die Sitze vibrierten, Blätter durch die Luft flogen und es richtig windig wurde. Dann eine Szene, in der ein Apfelbaum geschüttelt wurde – und plötzlich fielen von der Decke Schaumstoffäpfel, einer direkt in meinen Schoß! Und als wäre das nicht genug, kam später noch eine Szene mit Feenstaub, bei der kleine Schaumflocken von der Decke rieselten.

Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis – so etwas hatten wir noch nie gesehen. Zusammen mit dieser riesigen Leinwand war das Ganze einfach unglaublich beeindruckend. Die knapp 70 Minuten vergingen wie im Flug, und am Ende waren wir uns einig: Jeder Cent war es absolut wert.

Nach dem Film gingen wir direkt ins Venetian hinüber: Auch hier klappte uns einfach die Kinnlade runter.

Das The Venetian Resort Las Vegas wurde 1999 eröffnet und gehört zu den größten und aufwendigsten Themenhotels der Stadt. Es wurde – wie der Name schon sagt – nach dem Vorbild der italienischen Lagunenstadt Venedig erbaut. Das Hotel besitzt über 7.000 Suiten, eine Nachbildung des Markusplatzes, des Dogenpalastes und sogar den Campanile, den berühmten Glockenturm. Selbst die Kanäle, über die Gondeln gleiten, wurden originalgetreu nachempfunden – inklusive singender Gondolieri, die tatsächlich italienische Lieder schmettern, während sie durch die künstlichen Wasserstraßen fahren. Absolut verrückt!

Auch das Innere ist eine Meisterleistung an Detailverliebtheit: Die bemalten Decken, die Säulen, die Brücken – selbst der Himmel über den Einkaufsstraßen ist eine Illusion. Eine perfekt beleuchtete, leicht wolkige Kuppel lässt einen glauben, man spaziert im Freien durch die Gassen von Venedig.

Wir waren wieder völlig begeistert von der Präzision, mit der hier gearbeitet wurde, und wie echt alles wirkte. Man fühlte sich wirklich, als würde man über den Markusplatz schlendern – nur eben mit Klimaanlage. Die Gondeln fuhren gemächlich durch die Gänge, das Wasser plätscherte, und überall klangen Stimmen und Musik. Es war einfach mega – richtig, richtig, richtig cool.

Anschließend spazierten wir noch ein Stück über den Strip und ließen die bunten Lichter, die blinkenden Reklamen und die Musik auf uns wirken. Wir waren wirklich froh, dass wir gestern schon in der Fremont Street gewesen waren – denn dort steppte ja echt der Bär! Nicht, dass auf dem Strip nichts los gewesen wäre – ganz im Gegenteil –, aber die Stimmung war einfach eine andere Art von Energie. Die Fremont Street war laut, schrill und wild, während der Strip eher edel, glitzernd und fast schon ein bisschen glamourös wirkte.

Zum Essen wollten wir dann in Gordon Ramsay Burger einkehren. Draußen stand allerdings bereits eine riesige Schlange, bestimmt 50 Leute lang. Wir überlegten kurz, ob wir uns das wirklich antun sollten oder lieber woanders hingehen. Aber da wir schon mal da waren, entschieden wir uns schließlich, einfach zu warten und siehe da: Nach nur 20 Minuten bekamen wir tatsächlich einen Sitzplatz.

Die Burger kamen dann relativ schnell und waren wirklich sehr lecker. Zugegeben – es waren nicht die besten Burger, die wir je gegessen haben, aber sie waren trotzdem richtig gut. Besonders die Trüffel-Parmesan-Pommes dazu waren der absolute Knaller – außen perfekt knusprig, innen weich und mit diesem feinen Trüffelduft, der einen sofort süchtig macht.

Gegen 21:30 Uhr ließen wir uns schließlich mit einem Uber zurück zum Campingplatz bringen. Wir waren wirklich platt – vom vielen Laufen, den Eindrücken, vom Abend davor und von der doch recht kurzen Nacht. Kaum angekommen, fielen wir nur noch ins Bett. Las Vegas hatte uns komplett geschafft – aber auf die beste Art und Weise.

Schritte: 26.276
Wetter: Sonne, 29 °C


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