06.06.
Abreisetag – Abschied vom Hausboot!
Ganz ehrlich? Wir waren nicht wirklich traurig. Der Hausbooturlaub war diesmal einfach nicht unser Ding. Vor fast 20 Jahren in Irland hatten wir so viel Spaß – blauer Himmel, warme Sonne, gemütliches Dahintuckern… Aber die Zeiten ändern sich – oder vielleicht haben wir uns geändert?
Klar, das Wetter spielte diesmal überhaupt nicht mit – ständig Regen, Wind, Kälte. Aber es war nicht nur das. Die Enge an Bord, das ständige Gewackel, die klamme Luft in der Kabine – irgendwie fühlte sich alles ein bisschen feucht und ungemütlich an.
Die Heizung schaffte es bestenfalls auf „lauwarm“, und bei nächtlichen Temperaturen gefühlt knapp über dem Gefrierpunkt war das einfach zu wenig für mich. Ich habe ständig gefroren! Ständig!!
Sind wir zu alt für sowas? *lach* Wahrscheinlich nicht – aber unser Anspruch ist vielleicht ein anderer geworden. Und das Boot? Naja… ein paar Jahre jünger hätte ihm auch gut getan. Zudem war das Fahrgebiet recht begrenzt (was wir natürlich vorher wussten) und gute Anlegestellen musste man mit der Lupe suchen.
Aber: Trotz allem hatten wir eine schöne Zeit mit Boris und Petra, haben viel gelacht, lecker gegessen (und getrunken), viel erlebt – und das zählt am Ende doch mehr als jeder Wetterbericht.
Und keine Sorge – der nächste Urlaub mit den beiden ist schon in Planung. Dann aber wieder mit festem Boden unter den Füßen!
Nach einem letzten leckeren Kaffee an der Schleuse und einer herzlichen Verabschiedung von Boris und Petra hieß es dann: Aufbruch!
Tom und ich machten uns auf den Weg durchs sagenumwobene Glen Coe Richtung Rannoch Moor.
Mit einigen Fotostopps unterwegs – man kann ja an so einer Kulisse nicht einfach vorbeifahren! – kamen wir am Nachmittag schließlich am Loch Earn an. Am Ostufer des Sees steht die beeindruckende Skulptur „Still“, besser bekannt als der Mirror Man.
Im niedlichen Örtchen Comrie spazierten wir einmal die nette Einkaufsstraße entlang und ließen uns dabei ganz entspannt treiben. Comrie hat wirklich Charme – mit kleinen, gepflegten Häusern, liebevoll dekorierten Schaufenstern und einer ruhigen, freundlichen Atmosphäre.
Unser Tagesziel Leven erreichten wir gegen 18:00 Uhr – und was sollen wir sagen: Jackpot! Die gebuchte Unterkunft entpuppte sich als absoluter Glücksgriff. Ein riesiges Zimmer erwartete uns, mit einem kuschelweichen, breiten Bett (endlich wieder Platz!), einer funktionierenden Heizung (halleluja!) und – als absolutes Highlight – einem wunderschönen Blick aufs Meer!
Wir standen erst einmal minutenlang einfach nur am Fenster, ließen den Blick schweifen und atmeten tief durch. Nach den letzten Nächten auf dem Hausboot war das wirklich wie ein kleiner Luxusurlaub am Ende des Urlaubs.
Bei Imrie’s Fish Bar bestellten wir uns das volle Programm: Fish & Chips für Tom und Haggis & Chips für mich – man gönnt sich ja sonst nichts! Das Ganze ließen wir uns direkt an der kleinen Promenade mit Blick aufs Meer schmecken. Einfach, ehrlich und so richtig lecker!
Satt und zufrieden spazierten wir anschließend noch ein Stück direkt am Strand entlang. Die Abendluft war frisch und dazu das leise, entfernte Rauschen der Wellen und das Licht der tiefstehenden Sonne… So schön!
Zurück in unserem Zimmer freuten wir uns auf eine heiße Dusche (was für ein Luxus!), schlüpften müde, aber glücklich ins Bett und schauten noch eine ganze Weile einfach nur hinaus aufs Meer. Irgendwann fielen uns die Augen zu. Zufrieden. Angekommen.
Kilometer: 252
Wetter: 15 °C, Sonne-Wolken-Mix mit vereinzelten Schauern
Unterkunft: The Cairns Leven (92 £; 110 €)