Schottland 2025 Tag 21

02.06.

In der Nacht haben wir wunderbar geschlafen, und am Morgen wartete ein wirklich fantastisches Frühstück auf uns. Es gab sogar gekochte Eier, Käse, Salami und frisches Obst. Gemütlich ließen wir es uns schmecken und starteten entspannt in den Tag.

Nach einem kurzen Einkaufsbummel in Fort William machten wir uns auf den Weg zur Le Boat-Station in Laggan. An diesem Tag mussten Boris und Petra ausnahmsweise auf uns warten – wir kamen nämlich ein kleines bisschen zu spät. *hüstel*

Die beiden hatten in der Zwischenzeit schon mal eingecheckt und unser Boot in Augenschein genommen.
Schnell hatten Tom und ich das kleine Wägelchen beladen und alles aufs Boot gebracht. Unglaublich, was man immer alles mitschleppt… Wirklich schlimm!

Jack, unser Einweiser, war einfach klasse – superlustig, total entspannt und richtig hilfsbereit. Mit einem breiten Grinsen erklärte er uns alles Wichtige an Bord, von der Technik bis zu den Kniffen fürs Schleusen. Zur besseren Orientierung drückte er uns noch eine Kanalkarte in die Hand – und weil’s so schön war, drehte er gleich noch eine kleine Runde mit uns. So konnten wir ganz in Ruhe alles ausprobieren, ohne Stress.

Leider meinte es das Wetter nicht ganz so gut mit uns – der Wind pfiff ordentlich über den Kanal, und so durften wir nach der Einweisung erst einmal nicht loslegen. Sicherheit geht eben vor! Da wurden dann solange einfach die Angeln ausgepackt.

Zwei Stunden später, kurz nach 16:00 Uhr, war es dann endlich so weit: „Leinen los!“ – allerdings unter Aufsicht. Der Schleusenwärter war nämlich eher vorsichtig unterwegs und ließ uns nur mit Begleitung durch die erste Schleuse. Also standen Jack und ein weiterer Le Boat-Mitarbeiter bereit und halfen uns durch das erste Hindernis.

Danach waren wir auf uns allein gestellt. Aber da wir schon vor 20 Jahren mit Boris und Petra in Irland auf einem Hausboot unterwegs waren, fühlten wir uns ganz gut vorbereitet – ein bisschen Routine hatten wir also schon im Gepäck.

Kaum hatten wir den Kanal erreicht, legte der Wind glücklicherweise eine Pause ein! Boris ließ sofort seine Angel ins Wasser gleiten, und ganz entspannt cruisten wir gemütlich dahin – so lässt sich ein Hausboot-Start doch sehen!

Erst auf Loch Oich meldete sich der lästige Wind zurück und ließ uns spüren, dass die Ruhepause vorbei war. Für die Nacht hatten wir uns einen kleinen Steg direkt am Invergarry Castle ausgesucht – doch das Anlegen entpuppte sich als kleine Herausforderung. Drei Anläufe brauchten wir, bis wir endlich festgemacht hatten, denn der Wind drückte uns immer wieder weg.

Kaum war alles sicher vertäut, warf Boris seine Angel aus, und auch Tom machte es sich mit der Rute bequem. Petra und ich nutzten die Zeit für einen kleinen Spaziergang zum Castle hinauf.
Invergarry Castle, auch bekannt als MacDonell Castle, wurde im 17. Jahrhundert erbaut und diente als Sitz des Clans MacDonell of Glengarry. Das imposante Ruinenbild erzählt von stürmischen Zeiten: Während der Jakobitenaufstände wurde das Schloss mehrfach belagert und schließlich von britischen Truppen zerstört. Heute thront die Ruine eindrucksvoll am Ufer des Loch Oich und erinnert an die bewegte Geschichte der Highlands.

Unterhalb des Castles liegt ein geheimnisvolles Wrack, das halb im Wasser versunken ist. Ich konnte online leider keine weiteren Infos dazu finden.

Nach einem gemütlichen Abendessen fielen wir alle müde ins Bett.

Kilometer: 56
Wetter: 15 °C, windig, bedeckt und ab dem Abend Regen
Unterkunft: Le Boat (1.770 € für das Boot inkl. früherer Übernahme, Treibstoff und Parkplatz für unsere Fahrzeuge)


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