24.05.
Der angekündigte Regen war ja schon seit gestern Abend im Anmarsch – und heute hatte er endgültig die Oberhand gewonnen. Alles war grau in grau, komplett zugezogen und so diesig, dass wir nicht einmal mehr die Küste von unserer Hütte aus sehen konnten. Schottland war quasi weg! *lach* Aber wenigstens war das Ei etwas „sonniger“!
Also nutze ich die Gelegenheit für ein kurzes Feedback zu unserer Hütte: Unsere kleine Bleibe liegt wirklich im absoluten Nirgendwo – man hört nichts außer Wind, Möwen und ab und zu ein blökendes Schaf. Himmlisch ruhig! Die Einrichtung ist sehr gemütlich, und die Hütte ist deutlich geräumiger als unser Mini-Domizil in Badcall. Das absolute Highlight war natürlich der Whirlpool mit Blick auf das Meer – ein Traum!
Aber, wie so oft: Wo Licht ist, gibt’s auch ein bisschen Schatten.
Sauberkeit? Naja… hätte auf jeden Fall besser sein können. Die Abflüsse waren teilweise mit dicken Haarbüscheln verstopft, der Backofen hätte dringend mal eine Grundreinigung gebraucht, im Mülleimer lagen noch Überbleibsel vom Vorbesucher (bah!), und das Geschirrhandtuch? Das war mit Sicherheit nicht frisch gewaschen.
Im Bad fehlten – mal wieder – Haken. Aber hey, das kennen wir ja inzwischen! Zum Glück haben wir unsere „mobilen“ Haken im Gepäck, die überall einsatzbereit sind.
Und dann gab es im Bad einen Bewegungsmelder der automatisch das Licht einschaltete. Klingt erstmal praktisch, ist aber nachts die reinste Folter! Wenn man verschlafen zur Toilette torkelt und plötzlich in Flutlicht getaucht wird, ist es vorbei mit der Nachtruhe. Aus dem Grund haben wir das Ding auch direkt am ersten Abend mit etwas Küchenpapier abgeklebt. Es gab auch leider keine Willkommensleckerei. Nicht dass wir das erwarten! Aber in allen anderen Selbstversorger-Unterkünften gab es immer eine nette Aufmerksamkeit.
Alles kein Drama, aber unterm Strich passte Preis-Leistung nicht und wir würden dort wohl kein zweites Mal übernachten. Da hilft auch der schönste Sonnenuntergang nix. *zwinker*
Um Punkt 10:00 Uhr war unsere kleine Hütte leergeräumt, der Kofferraum wieder vollgestopft und wir machten uns – Boris und Petra im Schlepptau – auf den Weg zur Ardbeg-Destille. Die Männer hatten sich dort mal wieder ein Warehouse Tasting gegönnt und strahlten schon wie kleine Kinder vor dem Süßigkeitenregal.
Während die beiden im Warehouse verschwanden und sich durch die Fässer probierten, schlenderten Petra und ich gemütlich über das Gelände. Natürlich mussten wir wieder Fotos von den berühmten Fässern machen – ganz klar, hatten wir ja schließlich auch erst… öhm… jedes Mal gemacht. *grins*
Die restliche Wartezeit vertrieben wir uns mit einem richtig guten Kaffee draußen und freuten uns, dass das Wetter so gut war. Eigentlich war für den ganzen Tag Regen angesagt, aber Schottland hatte wohl andere Pläne.
Mit zwei rundum zufriedenen (und leicht beschwipsten) Männern im Schlepptau spazierten wir anschließend rüber nach Lagavulin zum Open Day.
Und siehe da – das Wetter hielt nicht nur, es wurde sogar richtig schön! Die Sonne lugte durch die Wolken und ließ das Wasser glitzern.
Pizza und Whisky schmeckten hervorragend. Nur bei der Festivalabfüllung für 240 £ mussten wir dann doch schlucken – Die spinnen!
Bei Islay Rum legten wir noch einen kleinen Stopp für einen Rum-Cocktail ein. Der Drink war lecker, keine Frage – aber wirklich was los war dort leider nicht. Die Stimmung war eher so „naja“ und so zogen wir nach dem letzten Schluck auch schon wieder weiter.
Unser nächstes Ziel: The Whisky Vault. Glück gehabt! Da es schon kurz nach 17:00 Uhr war, mussten wir keinen Eintritt mehr zahlen und konnten so ganz entspannt und kostenlos der richtig guten Liveband lauschen.
Gegen 18:30 Uhr rollten wir dann auf den Parkplatz unseres altbekannten Häuschens in Bowmore. Wie vor zwei Jahren fühlte es sich ein bisschen an wie „nach Hause kommen“.
Abendessen, ein paar feine Drams, Lagerfeuerknistern und gemütliches Rumlümmeln – mehr braucht es einfach nicht für einen perfekten Ausklang des Tages!
Kilometer: 54
Wetter: 14 °C, morgens und abends Regen, sonst Sonne-Sonne-Wolken
Unterkunft: Dundonald Cottage (750 £; 877 € für eine Woche für 4 Personen)