Mauritius & La Réunion Tag 6

09.09.

Abschied von Jay und Henry… *schnief* Die Zwei sind so herzliche Gastgeber und lassen den Aufenthalt zu einem echten Zuhause werden. Wir haben die Zeit unglaublich genossen und sagen „Danke für die wunderbare Zeit“!

Um kurz nach 10:00 Uhr machten wir uns schweren Herzens auf den Weg. Insgeheim hofften wir, etwas dort vergessen zu haben, damit wir noch einmal zurückkommen konnten.

Da wir gestern für das Château de Labourdonnais keine Zeit mehr hatten, steuerten wir es heute als Erstes an.

Das Château de Labourdonnais wurde 1856 erbaut und war über 150 Jahre lang von einer mauritischen Familie bewohnt. Heute kann man die schön renovierte Kolonialvilla besichtigen.

Man kann verschiedene Touren buchen, und wir entschieden uns für das volle Programm mit Château, Garten und Rumverkostung. Bei unserem Rundgang fühlten wir uns in die Vergangenheit zurückversetzt, und mein Wunsch nach einer eigenen Veranda war mal wieder entfacht! Aber guckt doch bitte mal: Wie schön kann eine Veranda eigentlich sein?

Auf dem Gelände gibt es seit 2006 auch eine Rum-Destille mit einem dazugehörigen Tastingroom. Fünf Proben pro Person sind inklusive, und da es zehn verschiedene Sorten zur Auswahl gab, bestellten wir natürlich alle und teilten. Da es auf Mauritius auch eine 0,5-Promillegrenze gibt, hatten wir bereits aus Deutschland kleine Glasfläschchen mitgenommen, und so füllten wir unsere Proben ab, nachdem wir beide kurz daran genippt hatten. Vorbereitung ist alles!

Da wir auf dem Weg in den Süden durch Port Louis fuhren, legten wir in der Hauptstadt noch einmal einen kurzen Stopp ein und besuchten das kleine Naturkundemuseum mit einer Dodo-Ausstellung. Dieser plumpe, blaugraugefiederte und fluguntaugliche Vogel gehört zu Mauritius genauso wie die türkisfarbenen Lagunen, die hübschen Kolonialbauten und natürlich der Rum! Obwohl dieses merkwürdige Tier mit dem langen Schnabel schon seit Jahrhunderten ausgestorben ist, kennt es auf der Insel jedes Kind. Aufgrund der isolierten Lage von Mauritius und des Fehlens natürlicher Feinde entwickelte der Dodo keine Fluchtinstinkte und legte pro Jahr auch nur ein Ei.

Als Ende des 16. Jahrhunderts die niederländischen Seefahrer auf der Insel landeten und Schweine und Ziegen mitbrachten, veränderte sich der Lebensraum des Dodo. Nicht nur die teilweise verwilderten Haustiere fraßen seine Eier, sondern auch die Menschen fanden Gefallen am leicht zu fangenden Tier und nahmen es gerne als lebend Proviant mit auf die Weiterreise.

Der Dodo wurde Ende des 17. Jahrhunderts ausgerottet, nur etwa 100 Jahre, nachdem die ersten Europäer die Insel erreicht hatten. Traurig…

Auf dem Markt kauften wir zum Mittagessen noch einmal Dholl Puri. Das schmeckte zwar besser als beim ersten Mal, aber so wirklich hat es uns nicht vom Hocker gehauen. Es schmeckte so leicht mehlig, als wären die Teigfladen mit einer dicken Schicht Mehl überzogen.

Tom holte noch ein paar Samosas, und für den Abend nahmen wir noch eine Flasche Alouda mit.

Auf dem Weg in den Süden hielten wir kurz am Leuchtturm. Na ja… Der Blick auf die Küste war okay, aber mangels Sonne unspektakulär, und der Leuchtturm war komplett eingezäunt.

Die vielen Hunde dort freuten sich aber über etwas Futter, und nach ein paar Bildern zogen wir weiter.

Bevor es zum Hotel ging, kauften wir im Super U noch ein paar Getränke und schon mal etwas Labourdonnais-Marmelade für zu Hause. Sie kostete übrigens nur 111 MUR (2,18 €), auf dem Markt gestern 200 MUR (3,90 €) und im Château 315 MUR (6,20 €). Besser alles im Supermarkt kaufen, der Rum ist dort nämlich auch billiger.

Um kurz nach 17:00 Uhr kamen wir im LUX Le Morne an. Wow! Was für ein Luxushotel! Klar, ich wusste, dass das keine Absteige war und ein absoluter Kontrast zu Shanti Nivas, aber das hatten wir jetzt auch nicht erwartet. Man trug uns quasi auf Händen, und das war uns schon fast unangenehm.

Nachdem unser persönlicher Empfangsmann Jessen uns das gesamte Hotel ausgiebig gezeigt hatte, kamen wir gleichzeitig mit unserem Gepäck am Zimmer an. 45 Minuten hatte der Check-in mit Führung gedauert. Wahnsinn, wie viel Zeit man sich dort für die Gäste nimmt.
Besonders nett fanden wir übrigens den Wunschbaum. Jeder Gast bekam einen blauen Zettel, auf den er seine Adresse, E-Mail und Telefonnummer sowie den Grund einer erneuten Rückkehr aufschreiben sollte. Der Zettel kam dann an den Wunschbaum, und Ende des Jahres zog das Personal einen glücklichen Gewinner, der dann ein paar Tage im Hotel gewonnen hatte. Was für eine tolle Idee!

Dann wird jeden Tag die „Secret Bottle“ im Hotel versteckt. Wer sie findet, kann sich z. B. über eine Massage im Spa, eine Flasche Sekt oder vielleicht sogar ein Abendessen freuen. Was ich übrigens auch ganz klasse fand, waren die kleinen Grillstationen, die abends aufgebaut wurden. Dort konnte man sich Marshmallows und Ananas kostenlos grillen! Ich will hier nicht mehr weg!

Da die Sonne gerade unterging, packten wir noch nicht aus, sondern gingen direkt wieder zum Strand, der nur etwa 70 Meter von unserer Tür entfernt lag.

Den restlichen Abend verbrachten wir auf unserer Terrasse und chillten. Tom hatte leider etwas Durchfall, und so verzichteten wir auf ein Abendessen.

Wetter: 27°C, bedeckt mit etwas Regen und nur wenig Sonne
Unterkunft: LUX Le Morne (405 Euro die Nacht ohne Frühstück)


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