07.09.
Beim Frühstück bekamen wir erst einmal unser Insektenschutzmittel wieder. Das war mir gestern nämlich vom Balkon gefallen, als ich einen dicken Käfer damit von selbigem schubsen wollte.
Jay hatte extra für uns Ladoo und Sagoo besorgt. Ladoo ist eine kleine, runde Süßigkeit aus der indischen Küche, die in vielen Variationen und regionalen Rezepten zubereitet wird. Sagoo ist ein beliebtes Dessert, das aus Sago-Perlen, Kokosmilch und Zucker hergestellt wird und ein bisschen wie Milchreis schmeckt. Sago ist eine Stärke, die aus dem Mark von Sago-Palmen gewonnen wird und in Form kleiner, durchsichtiger Kügelchen oder Perlen vorkommt. Sehr leckere, nicht so süße Naschereien.
Nach dem wieder sehr gesprächigen Frühstück starteten wir an diesem Morgen etwas eher. Um kurz nach 10:00 Uhr fuhren wir Richtung Norden.
Einen ersten kurzen Stopp legten wir an der Lavahöhle „La Cave Madame“ ein, die praktischerweise direkt an der Straße liegt. Die Höhle ist leicht erreichbar, aber auch recht klein und unspektakulär.
In der Stadt Goodlands schlenderten wir über die lebhafte Hauptstraße. Dort pulsierte wirklich das Leben, und wir waren die einzigen Touristen weit und breit. Zu keiner Sekunde haben wir uns unwohl oder unerwünscht gefühlt. Ganz im Gegenteil: Wir wurden freundlich gegrüßt und stets angelächelt.
Weiter ging es die Küste entlang mit etlichen Stopps an unfassbar schönen Orten.
Das Cap Malheureux ist der nördlichste Punkt von Mauritius. Sein Name stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich übersetzt „unglückliches Kap“. Die genaue Herkunft dieses Namens ist jedoch unklar. Möglicherweise entstand er 1810, als die englische Armee genau an diesem Ort an Land ging und die Kolonie für England eroberte. Es wird auch spekuliert, ob die Bewohner in diesem Gebiet früher aufgrund ihrer Armut als unglücklich galten.
Eine dritte Theorie dreht sich um die Geschichte von Virginie und Paul, einem Liebespaar aus einem Roman. Ihre Liebe endete tragisch in einem Sturm vor der Küste von Mauritius, als Virginie aus Scham vor den Matrosen ihren Reifrock nicht ablegte und ertrank. Ihr lebloser Körper soll angeblich am Strand des Cap Malheureux angespült worden sein.
Wie dem auch sei… Alles keine „schönen“ Gründe, dabei ist dieser Ort so traumhaft.
Die Kapelle Notre-Dame Auxiliatrice mit ihrem roten Dach ist in jedem Reiseführer abgebildet. Dementsprechend tummelten sich dort viele Touristen.
In Grand Baie herrschte dann wirklich ein totales Kontrastprogramm zu Goodlands. Überall Touristen, Touri-Läden in denen handgefertigte Souvenirs, bunte Kleidung und lokale Kunstwerke angeboten wurden und dazu verschiedene Freizeitangebote. Ein wenig schlenderten wir durch die Läden und fanden dann etwas abseits eine kleine einfache Garküche, wo wir leckere Dumplings aßen.
Mit einer Kokosnuss in der Hand schlenderten wir am Strand entlang und genossen es, einfach dort zu sein.
Am Ende des Strandes sahen wir plötzlich aus dem Augenwinkel etwas im Wasser schwimmen: Rochen! Und was für große Exemplare! Der Mann vom benachbarten Fischverkaufsstand warf immer mal wieder Fischabfälle ins Wasser, und darauf warteten die Tiere nur und schlugen sich die Mägen voll! Wow, was für ein tolles Erlebnis!
Für das Abendessen hatte Jay uns das Restaurant „Escape Grill & Bar“ empfohlen, und so liefen wir im Stockdunkeln um kurz nach 18:30 Uhr dorthin. Das war bei der rasanten Fahrweise der Einheimischen und dem fehlenden Bürgersteig nicht ganz ungefährlich.
Zum Glück kamen wir unverletzt am leeren Lokal an. Die „Mishmash Cuisine“ (O-Ton der Speisekarte!) war ganz lecker, nur das Naan-Brot war leider total trocken. Schade, denn das esse ich nämlich richtig gerne.
Mein Hase nahm dann noch ein Phoenix Beer mit zur Unterkunft. Das ließ er sich auf unserem Balkon schmecken, während ich den Bericht schrieb und wir gemeinsam die Flughunde beobachteten, wie sie in den großen Palmen landeten.
Wetter: 28°C, Sonne-Wolken-Mix