Mauritius & La Réunion Tag 2

05.09.

Durch den leeren Flughafen gingen wir direkt zur Passkontrolle. Bereits von zuhause aus hatte ich das Einreiseformular online ausgefüllt, sodass die Einreise schnell erledigt war. Während wir am Gepäckband auf unsere Koffer warteten, richtete ich die eSim von Airalo ein. Das funktionierte nach kurzen Anlaufschwierigkeiten ganz hervorragend. Nachdem wir unsere Koffer hatten, kauften wir im kleinen Dutyfree-Shop sechs Flaschen Whisky für unseren Vermieter Jay. Dieser hatte uns vor ein paar Tagen darum gebeten, da die Flaschen dort um das Anderthalbfache billiger waren als im Supermarkt und als Whiskyliebhaber konnte Tom seine Bitte natürlich nicht abschlagen.

Als Überbleibsel aus der englischen Kolonialzeit gilt auf Mauritius immer noch der Linksverkehr. Als jahrelange Schottlandurlauber sind wir das ja gewohnt und haben überhaupt kein Problem damit. Nur wusste mein Hase das nicht und war im ersten Moment mit dem Lenkrad auf der rechten Seite etwas überfordert. Da gab ich ihm mal etwas Zeit und machte ein paar Bilder der Webervögel, die dabei waren, ihre Nester in einem Baum zu bauen.

Zum Einfahren ging es erst mal an den Strand. Die Straßen waren zu dieser frühen Stunde noch wie leergefegt und das war sehr angenehm.

Beim anschließenden Bummel durch die Stadt Mahébourg machten wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit den vielen Straßenhunden. Arme Seelen…

Ein paar hundert Meter vom Ufer entfernt liegt die kleine, niedliche Insel Mouchoir Rouge. Sie erhielt ihren Namen jedoch nicht aufgrund der roten Dächer der paar wenigen Gebäude darauf, sondern als Erinnerung an das „rote Taschentuch“, das als Signal für diejenigen geschwenkt wurde, die mit der bereitstehenden Fähre übersetzen wollten. Zumindest wird dies vermutet. Genau weiß es nämlich niemand, noch nicht einmal die Ältesten von Mahébourg.

Gemütlich fuhren wir die windige Ostküste entlang und hielten an den schönsten Stellen an. Touristen waren keine zu sehen, generell waren die Traumstrände so gut wie leer.

Zufällig entdeckten wir in einem Baum unzählige Flughunde, die ganz gechillt an den Ästen baumelten. So cool!

Um 11:00 Uhr kamen wir an dem Guesthouse von Jay an und wurden direkt superherzlich von ihm empfangen. Henry, ein deutscher Dauergast, gesellte sich dazu und zu viert spazierten wir durchs gesamte Haus und uns wurde alles gezeigt und erklärt.

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, düsten wir um kurz nach 12:00 Uhr wieder los. Vorbei an riesigen Zuckerrohrfeldern, Bananenplantagen, Chillifeldern und kleinen Verkaufsständen ging es einmal quer über die Insel.

Denn direkt für den ersten Tag hatte ich einen Tisch im Escale Créole, südlich von Port Louis, reserviert. Da viele Restaurants auf Mauritius nur mittags geöffnet haben und sonntags häufig Ruhetag ist, passte irgendwie kein anderer Tag in meine Planung.

Marie-Christine und ihre Mama Majo führen das kleine Familienrestaurant seit 1996 und bieten traditionelle mauritisch-kreolische Küche. Auf den Tisch kommen saisonale Produkte, Fleisch und Fisch von der Insel und Obst aus dem eigenen Garten.

Wir bestellten das Gourmet-Menü mit drei verschiedenen Sorten Fisch und zwei unterschiedlichen Fleischgerichten. Dazu Reis mit einer Art Kartoffelsuppe, Dips und Kohlrabigemüse. Alles super lecker, aber der butterzarte Tintenfisch war der absolute Höhepunkt des Menüs. Er schmolz förmlich auf der Zunge und erinnerte uns total an die kroatische Peka!

Zum Nachtisch gab es einen Kokoskeks, Bananentarte (voll was für Tom…), Papaya und ein Gläschen Rum. Lecker, lecker, lecker!!! Der zum Cappuccino gereichte Zucker war dunkelbraun und schmeckte total köstlich nach Malz.

Ein rundum gelungenes Menü und mit 58 Euro inklusive Getränke auch preislich völlig in Ordnung. Nach einem kurzen Plausch mit der Chefin Majo fuhren wir satt gegen 15:00 Uhr vom Hof.

Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich die Maison Eureka, ein historisches Anwesen, das einen faszinierenden Einblick in die koloniale Vergangenheit der Insel bietet.

Bereits der Eingangsbereich versetzt einen in eine andere Zeit. Antike Möbel, Porzellan und Gemälde zieren die Räume und erzählen Geschichten von längst vergangenen Tagen. Auf der hübschen Veranda standen gemütliche Sessel, in die ich mich direkt fallen ließ. Hach, wie gerne hätte ich auch zuhause eine solche Veranda!

Im angrenzenden Garten gibt es einen kurzen Wanderweg zu ein paar netten Wasserfällen. Schuhtechnisch waren wir mit unseren Schlappen überhaupt nicht passend gekleidet. Uih, schön langsam schlichen wir den steilen Erdweg hinunter.

Dabei entdeckten wir wieder einige Flughunde, die ihre Kreise zogen.

Ich hätte den kleinen Batmans noch stundenlang zusehen können, aber so langsam machte sich der fehlende Schlaf der letzten Nacht bemerkbar, und außerdem wollten wir gerne im Hellen wieder an unserer Unterkunft ankommen.

Das klappte natürlich nicht! Im großen Supermarkt musste nämlich erst noch ein kleiner Einkauf erledigt werden. Wasser, Cola, Snacks, Scheibenreiniger für die Windschutzscheibe und ein großer Sack Hundefutter landeten in unserem Kofferraum. Nachdem Hase sich noch eine Kleinigkeit bei KFC geholt hatte, kamen wir um 18:30 Uhr (stockdunkel) wieder bei Jay an. Der half uns direkt die Sachen hochzutragen und gab uns noch einen Restauranttipp, den wir auf jeden Fall ausprobieren wollten.

Auf unserem Balkon tranken wir noch etwas, beobachteten die umhersausenden Flughunde, duschten uns anschließend den Staub und Schweiß vom Körper und hüpften dann ins Bett. Während Hase direkt einschlief, stellte ich noch Bilder in den Status ein und schrieb den Reisebericht.

Dann, plötzlich und ohne Vorankündigung, fing direkt neben unserer Unterkunft eine Gruppe an zu trommeln und zu singen… Aaaaah!!! Eine geschlagene Stunde lauschte ich den nicht wirklich tollen Klängen und erschlug gedanklich die Leute mit ihren Trommeln!!! *grrrr*

Gegen 22:00 Uhr war ich kurz vor dem Delirium und es ging echt nichts mehr. Augen zu… Scheiß auf den „Krach“!

Wetter: 25°C, Sonne-Wolken-Mix
Unterkunft: Shanti Nivas (74 Euro die Nacht mit Frühstück)


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