USA 2025 Tag 22

07.10.

Nach den anderthalb anstrengenden Tagen in Las Vegas haben wir in der Nacht wirklich richtig gut geschlafen. Als um 07:00 Uhr der Wecker schellte, waren wir beide noch tief im Träumeland. Trotzdem rappelten wir uns auf – wir hatten uns ja extra früh den Wecker gestellt, weil wir auf dem Campingplatz noch einmal waschen wollten.

Während die Maschine ihre Runden drehte, rödelten wir im Wohnmobil herum, putzten ein bisschen, räumten auf und sortierten uns von rechts nach links. So ein bisschen Hausarbeit muss eben auch mal sein – selbst mitten im Urlaub. Als schließlich alles erledigt war, die Wäsche duftend aus dem Trockner kam und die Tanks aufgefüllt sowie entleert waren, machten wir uns gegen 10:00 Uhr auf den Weg und verließen unseren schönen Stellplatz im Oasis RV Resort.

Aber wir verließen Las Vegas an diesem Morgen noch nicht. Schließlich hatten wir gestern nur kurz bei Crazy Shirts reingeschaut und dort nichts gekauft – aus reiner Vernunft, denn mit den großen Taschen wollten wir ja nicht zur Sphere. Das mussten wir also heute nachholen.

Wir hatten gestern schon einen guten Parkplatz am Strip ausgekundschaftet und steuerten den nun direkt an. Die Bezahlung funktionierte ganz easy per QR-Code und Kreditkarte – richtig praktisch! Anschließend stürzten wir uns ins Shoppingvergnügen: Bei Crazy Shirts fanden wir endlich unsere Wunschmotive und danach gönnten wir uns bei Bubba Gump Shrimp Co. noch eine Kleinigkeit zu essen (und ja, natürlich landeten auch dort wieder ein paar T-Shirts in der Tüte). Zum Abschluss besorgten wir im Hard Rock Café noch ein paar Shirts für Freunde.

Danach war allerdings endgültig Schluss mit Einkäufen. Wir hatten in den zwei Tagen Las Vegas wahrscheinlich genauso viel Geld ausgegeben wie in den letzten zwei Wochen USA zusammen. Unglaublich!

Ach nee – ganz fertig waren wir mit dem Einkaufen dann doch nicht. Im nächstgelegenen Albertsons deckten wir uns noch mit den letzten frischen Lebensmitteln für den restlichen Urlaub ein und packten auch gleich ein paar Mitbringsel für die lieben Freunde daheim in den Wagen.

Dann hieß es aber wirklich: endgültig Schluss mit Shopping! Kurz vor 14:00 Uhr rollten wir vom Parkplatz und sagten: Tschüss, Las Vegas! – aber sicher nicht für immer.

Denn diese Stadt ist auf jeden Fall noch mehrere Besuche wert. Sie ist einfach in allem überdimensional – laut, bunt, überdreht, überteuert, überladen – und trotzdem, oder gerade deswegen, unglaublich faszinierend. Es ist, als hätte jemand alle Freizeitparks, Casinos, Shoppingmalls und Traumwelten dieser Welt in einen Topf geworfen und kräftig umgerührt. Dazu eine Prise Cannabisgeruch (der typische Stadtduft) – und fertig ist die wohl verrückteste Stadt der Welt: Las Vegas.

Was wir total irre fanden: Wenn man in eines der großen Hotels eincheckt, kann man theoretisch eine ganze Woche dort verbringen, ohne das Gebäude überhaupt zu verlassen. Es gibt Restaurants, Einkaufsmalls, Casinos, Bars, Shows, Spa-Bereiche – einfach alles! Man lebt quasi in einer kleinen eigenen Stadt. Totaler Wahnsinn!

Für uns ist Las Vegas ein riesengroßer Spielplatz für Erwachsene – ein Ort, an dem man sich treiben lassen, staunen, lachen und einfach Spaß haben kann. Wir haben in diesen Tagen nur einen Bruchteil von dem gesehen, was die Stadt zu bieten hat. Aber eins steht fest: Wir kommen ganz sicher wieder.

Da wir aufgrund der Überschwemmungen Mitte September dieses Jahres wieder mal nicht ins Death Valley konnten (siehe Reise 2023), stand für diesen Tag nichts Großes mehr auf dem Programm. Unser Plan war, gemütlich zum nächsten Campingplatz zu fahren. Fürs Death Valley gilt: alle guten – oder vielleicht eher alle schlechten – Dinge sind drei. Wir müssen wohl einfach noch einmal wiederkommen.

Natürlich mussten wir auch am Eingangsschild des Death Valley Nationalparks anhalten – das ist schließlich Pflicht! Ein Erinnerungsfoto durfte auf keinen Fall fehlen. Schade, dass wir diesmal nur einen kleinen Teil des riesigen Tals sehen konnten. Trotzdem freuten wir uns darauf, wenigstens einen Eindruck von dieser einzigartigen Landschaft zu bekommen und die Nacht auf einem der Campingplätze mitten im Tal zu verbringen.

Ein Aussichtspunkt, den ich markiert hatte, war tatsächlich offen – der Zabriskie Point. Wir schlenderten den kurzen Weg hinauf, und ich hatte das Gefühl, dass ich keine Luft bekomme. Die Luft war extrem trocken, und obwohl es schon 17:00 Uhr war, zeigte das Thermometer noch weit über 30 °C. Wahrscheinlich lag es einfach an der Hitze und der staubtrockenen Luft, denn hier unten ist die Luft zwar dichter, aber durch die Trockenheit fühlt sich jeder Atemzug an, als würde man gegen einen warmen Fön atmen.

Der Aussichtspunkt liegt auf etwa 170 Metern über dem Meeresspiegel, also tatsächlich noch oberhalb der tiefer liegenden Gebiete des Death Valley. Von hier oben blickt man über die zerfurchten, hellgelben Hügel des Badlands-Gebiets bis hin zum Panamint Range-Gebirge. Besonders beeindruckend war das Licht – die Sonne stand schon etwas tiefer und ließ die Hügel in verschiedenen Gelb-, Gold- und Brauntönen schimmern. Ein Anblick, fast wie aus einer anderen Welt.

Dann erreichten wir den Abzweig auf die Badwater Road, der ja leider geschlossen war. Wir waren wirklich traurig, denn ich hatte dort einige Punkte markiert, die wir uns unbedingt anschauen wollten. Aber naja – am Wetter kann man halt nichts ändern.

Nach ein paar Fotos machten wir uns auf den Weg zum Campingplatz, der eigentlich eher einem besseren Parkplatz glich. Es gab zwar Strom, Wasser und eine Entsorgungsstation direkt am Platz, aber weder Tisch noch Bank, keine Feuerstelle – gar nichts. Abends um 18:30 Uhr waren es immer noch rund 33,4 °C, und die Klimaanlage lief auf vollen Touren. Tom grillte draußen und meinte, er stehe dabei quasi selbst in einem riesigen Grill. Es war wirklich wie im Backofen – diese trockene Luft machte die Hitze noch intensiver. Ich blieb die ganze Zeit schön im Wohnmobil, und auch gegessen haben wir drinnen.

Zum Schlafengehen schalteten wir die Klimaanlage aus, weil sie einfach unfassbar laut war – bei dem Krach hätten wir kein Auge zugetan.

Kilometer: 242
Wetter: Sonne, 23 °C – 36 °C
Campingplatz: Stovepipe Wells Resort RV Park (44,80 $; 41 €)
Full Hookup


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