21.09.
Bereits um 06:15 Uhr saßen wir im Wagen und fuhren los. Ich liebe dieses frühe Losfahren. Gefühlt schläft alles noch, die Straßen sind leer, und die Sonne krabbelt über den Horizont. Ja, den Wecker hasse ich zwar an diesen Tagen, aber wenn man dann einmal wach ist – herrlich!
Als wir von der Hauptstraße auf die Strecke zum Vulkan abbogen, änderte sich die Landschaft. Kühe standen auf den Wiesen, Tannenbäume rechts und links der Straße, und der Ginster blühte. Verrückt!
Je höher wir fuhren, desto kälter wurde es mal wieder. Bis auf 5°C ging das Thermometer runter, und auf einer Wiese im Schatten lag sogar Raureif! Damit hatten wir jetzt wirklich nicht gerechnet.
Die üppig grüne Vegetation wurde langsam, aber sicher immer niedriger und spärlicher. Je näher wir dem Vulkan kamen, desto mehr verwandelte sich die Landschaft in eine augenscheinlich lebensfeindliche Umgebung. Dennoch begeistert uns diese schroffe Mondlandschaft immer wieder aufs Neue! Bereits auf Hawaii, Lanzarote und Island konnten wir nicht genug bekommen von den teilweise bizarren Formationen und der eigenwilligen Umgestaltung des Geländes, die solche Vulkanausbrüche mit sich bringen.
Nach knapp zwei Stunden Fahrzeit (mit einigen Fotostopps) kamen wir oben auf 2.354 Metern Höhe an. Der Ausblick auf den 2.632 Meter hohen Piton de la Fournaise, der zu einem der aktivsten Vulkane der Erde zählt, war atemberaubend!
Der Piton de la Fournaise ist ein Schildvulkan, so wie der Kīlauea auf Hawaii. Seine Ausbrüche sind recht gut vorhersehbar und deshalb auch relativ ungefährlich. Wenn er mal aktiv ist, wie zuletzt im Jahr 2021, tritt dünnflüssige Lava aus und fließt gemächlich Richtung Meer. So Ausbrüche wie z. B. beim Mount St. Helens sind eher nicht zu erwarten. Das finde ich doch sehr beruhigend!
Etwa 1 ½ Stunden genossen wir die Aussicht, beobachteten die vielen Wanderer, die zum Krater liefen, und ich gab meiner Kamera einiges zu tun.
Gegen 10:00 Uhr kehrten wir dem Piton de la Fournaise schließlich den Rücken, stoppten aber noch an ein paar Aussichtspunkten.
Da das Wetter perfekt war und nur sehr wenige Wolken am Himmel waren, entschieden wir uns, zum Point de vue sur le Cirque de Salazie zu fahren. Wenn wir aufgrund meines Ausfalls das Dorf Hellbourg schon nicht besuchen konnten, wollten wir wenigstens einen Blick von oben auf das angeblich schönste Dorf Frankreichs werfen!
Die Strecke durch die grüne Berglandschaft war traumhaft schön, und alleine deshalb sollte man die Fahrt auf sich nehmen.
Der eigentliche Aussichtspunkt war dann leider kein Knaller. Da hatten wir schon deutlich schönere in diesem Urlaub gehabt. Na ja, wenigstens konnten wir einen kleinen Blick auf das Dorf erhaschen, welches sich unterhalb des Piton des Neiges befindet.
Auf dem Rückweg zu unserer Oase kauften wir im Supermarkt mal wieder etwas zu essen. Da wir für morgen Abend in unserer neuen Unterkunft bereits Essen vorbestellt hatten, wollte ich an diesem Abend noch etwas vorsichtig sein.
Ein letztes Mal genossen wir den Whirlpool und die Ruhe… Nein, leider keine Ruhe! Denn unser Nachbar veranstaltete eine kleine Party… Schade!
Wetter: 30 °C, Sonne-Wolken-Mix