18.09.
Da es erst ab 08:30 Uhr Frühstück gab, schliefen wir mal etwas länger. Außerdem war weit und breit kein Hahn zu hören! Herrlich!
Macatia, Baguette, Omelette, Feigen- und Tomatenmarmelade, Kaffee und Saft – all das ließen wir uns auf der Terrasse am Haupthaus schmecken.
Um kurz vor 10:00 Uhr fuhren wir dann endlich los. Für meinen Geschmack mal wieder zu spät. Da sich ab mittags auf der Insel immer Wolken zusammenbrauen, wäre ich gerne spätestens um 09:00 Uhr gestartet. Aber so…
Heute stand der zweite der drei beeindruckenden Talkessel auf unserem Programm – Cilaos!
Die spektakuläre Passstraße (N5) nach Cilaos, im Zentrum des gleichnamigen Talkessels, ist berühmt für ihre insgesamt 420 Kurven. Sie bietet atemberaubende Ausblicke und aufregende Serpentinen. Uiiiiih, manchmal waren die ganz schön eng. Mein Handy konnte ich die gesamte Fahrt über nicht benutzen; von dem ständigen Rechts-Links wäre mir total schlecht geworden. Aber wer will bei dieser unbeschreiblich schönen Landschaft schon aufs Display glotzen?
Auf etwa 1200 Metern Höhe angekommen, empfingen uns farbenfrohe kreolische Häuser, kleine Lädchen und eine sehr entspannte Atmosphäre – alles verborgen hinter 3000 Meter hohen Felswänden.
Bevor wir jedoch durch die Gassen schlenderten, fuhren wir erst noch ein paar Aussichtspunkte ab und cruisten dafür über die 12 Kilometer lange Straße zum Dorf Îlet à Cordes, das ebenfalls im Talkessel liegt.
Ein Ausblick war traumhafter als der andere. Was für eine grandiose Natur! Die sattgrünen, steil abfallenden Berghänge strahlten in der Sonne, dazwischen plätscherten vereinzelte Wasserfälle, und immer wieder entdeckten wir kleine Hausansammlungen – eine fantastische Gegend!
Zurück in dem kleinen Ort Cilaos bummelten wir durch die Geschäfte und aßen Gâteau Patate. Das ist ein traditioneller Süßkartoffelkuchen, der besonders beliebt bei Festen und an Feiertagen ist. Die Kartoffeln werden dafür gekocht, püriert und mit Zucker, Vanille, Rum und Gewürzen wie Zimt und Muskatnuss vermischt. Oft wird auch Kokosnuss oder Rosinen hinzugefügt. Wir kauften zwei verschiedene: einmal mit Papaya und einmal mit Rosinen. Beide waren lecker, aber wir müssen die Kuchen trotzdem nicht unbedingt noch einmal essen.
Dort im Talkessel befindet sich das südlichste Weinanbaugebiet Frankreichs. Trotz der klimatischen Bedingungen, insbesondere der hohen Luftfeuchtigkeit und der Gefahr von Zyklonen, wurden auf der Insel die ersten Rebstöcke bereits vor über 350 Jahren gepflanzt. Die Weinproduktion erfolgt in kleinen Mengen, und natürlich wollten wir das Endprodukt gerne probieren! So kauften wir je eine Flasche Weiß- und eine Flasche Rotwein. (Nachtrag: Die Weine schmeckten furchtbar! Der Rotwein kam einer alten Sangria recht nah, und der Weißwein… *schüttel*)
Kurz vor 16:00 Uhr war es dann auch weitestgehend zugezogen, und wir machten uns an den kurvenreichen Rückweg. Für alle, die sich das fragen: Nein, ich habe die Kurven nicht gezählt und vertraue einfach mal meinem Reiseführer!
Unterwegs hielten wir noch an einem Supermarkt und kauften Baguette fürs Abendessen. Käse war noch genug im Kühlschrank!
Als wir dann gegen 18:00 Uhr wieder in unserer Oase ankamen, gönnten wir uns ein Feierabend-Bier und einen Feierabend-Rum-Cola. Uih, mit Cola schmeckte der Rum mir viel besser als pur.
Da wir am nächsten Tag vor dem offiziellen Frühstück aufbrechen wollten, hatte Paule uns zwei Verpflegungspakete gemacht. Total lieb von ihr.
Nach dem Essen dümpelten wir im Whirlpool und genossen die Ruhe im Palmengarten.
Wetter: 27°C, Sonne-Wolken-Mix