Mauritius & La Réunion Tag 13

16.09.

Früh, um kurz nach 07:00 Uhr, saßen wir bereits im Wagen und fuhren durch die frische 15°C kalte Morgenluft zum Aussichtspunkt Maïdo. Da es wieder eine sehr kurvenreiche Strecke war, brauchten wir für 24 Kilometer eine Stunde.

Da am eigentlichen Aussichtspunkt umfangreiche Bauarbeiten stattfanden, war dieser gesperrt. Eine richtige „Umleitung“ gab es nicht, und so suchte sich jeder Besucher irgendwie seinen Weg durch das Gelände zum Abgrund.

Auch wir bahnten uns den Weg über Stock und Stein zwischen blühendem Ginster und verbrannten Sträuchern. Sie waren noch die letzten Überbleibsel vom großen Feuer 2020. Deshalb wurde dort auch alles renoviert.

Als wir dann schließlich an der Kante standen, bot sich uns ein atemberaubender Blick in den Talkessel! Zwar war das Licht aufgrund der Sonne auf der gegenüberliegenden Seite nicht ganz so ideal, aber hey, scheiß drauf! Guckt euch mal dieses Panorama an!

Die drei großen Talkessel von La Réunion entstanden übrigens durch den Zusammenbruch des Vulkans Piton des Neiges.
Der Piton des Neiges, das Dach von La Réunion, ist der höchste Gipfel im Indischen Ozean und erhebt sich majestätisch auf 3.070 Meter über dem Meeresspiegel. Dieser erloschene Vulkan dominiert die Insel und hat eine zentrale Rolle in ihrer Entstehung gespielt. Er ist seit etwa 20.000 Jahren erloschen und hat über Millionen von Jahren die spektakuläre Landschaft geformt, die wir heute sehen. Die Talkessel, Cirque de Mafate (auf die wir blickten), Salazie und Cilaos, gruppieren sich wie drei Kleeblätter um den Piton des Neiges herum, und jeder ist eine eigene kleine Welt.

Um 10:00 Uhr verließen wir den Maido und fuhren die Kurven wieder runter zum Meer. Mittlerweile hatten sich auch wieder einige Wolken gebildet.

Auf der Rückfahrt entdeckten wir wieder die kleinen gelben Männchen, die uns auf La Réunion schon an den ersten Tagen mehrfach aufgefallen sind. Die Figuren stammen vom lokalen Street-Art-Künstler Jace und heißen Gouzou. Mit leisem Humor kommentieren sie den ganz normalen Alltag auf der Insel – mal Arbeit, mal Technik, mal kleine Absurditäten des Lebens. Total niedlich!

In Saint-Paul besuchten wir den kleinen Cimitière des marins, den Seemannsfriedhof. Dieser liegt direkt am Meer und hat eine ganz eigenartige schaurig schöne Stimmung.
Dort befindet sich auch das „Grab“ des Piraten La Buse, der von etwa 1688 bis 1730 lebte. Es handelt sich jedoch eher um eine Gedenkstätte, da der Friedhof erst 1788 angelegt wurde.
La Buses bekannteste Tat war der Angriff auf das portugiesische Schiff Nossa Senhora do Cabo im Jahr 1721, das Schätze im Wert von Millionen Goldstücken transportierte. Dieser Schatz gilt als einer der größten in der Piratengeschichte und wurde nie vollständig gefunden.

Nach einem kurzen Einkauf waren wir bereits gegen 16:00 Uhr zurück an der Unterkunft und packten schon mal ein bisschen zusammen. Die drei Tage waren mal wieder schnell vergangen. Zwischendurch kam Pascal vorbei und brachte uns zwei kleine Becher mit Eis, das auf der Insel hergestellt wird. Köstlich!

Zum Abendessen setzten wir uns auf die Terrasse und aßen leckeren Käse, Feigenbrot und Macatia. Ach, schön war’s!

Wetter: 25°C, morgens Sonne, ab mittags bedeckt


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