Luxemburg

Luxemburg
02.07. – 06.07.2025


Wir geben zu: Luxemburg stand nie ganz oben auf unserer Bucketlist. Ein kleines Land, zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien eingeklemmt – mit Burgen, Wein und Banken. Kann das spannend sein?

Ja, irgendwie schon!

Luxemburg ist so ein Land, das viele von uns zwar vom Autobahnschild auf dem Weg nach Frankreich kennen, aber kaum jemand nimmt sich die Zeit, es richtig zu entdecken. Dabei ist dieses kleine Großherzogtum ein echtes Überraschungspaket: mittelalterliche Burgen, grüne Schluchten, Weindörfer an der Mosel und eine Hauptstadt, die zwischen alten Festungsmauern und modernen Glasfassaden pendelt.

Wer hier unterwegs ist, kann morgens auf einem Burgfelsen stehen, mittags durch enge Altstadtgassen schlendern und nachmittags zwischen moosigen Felsen im Müllerthal wandern. Dazu gibt es ein Glas Crémant oder ein Stück Quetschentaart – und plötzlich fragt man sich, warum man eigentlich so lange gewartet hat, Luxemburg zu besuchen.



Zwischen Reben und Fluss – die „Route du vin“

Unser erstes Ziel war die Moselregion – Wein statt Sightseeing! So gefällt uns das. Auf der einen Seite die Mosel, auf der anderen die Weinberge, dazwischen schlängelt sich die „Route du vin“ durch die Landschaft. Immer wieder fuhren wir durch idyllische Dörfer und konnten uns am Ausblick kaum sattsehen.

Ein spontaner Stopp in Remich führte uns zu den „Caves de Saint Martin“, einer traditionsreichen Weinkellerei, die seit über 100 Jahren besteht. Ohne lange zu überlegen, schlossen wir uns einer Führung durch die historischen, in den Felsen geschlagenen Keller an.

Die Gänge sind fast einen Kilometer lang. Zwischen kühlen Steinwänden, silbernen Stahltanks und endlosen Reihen glänzender Flaschen erfuhren wir, wie hier seit Generationen luxemburgischer Crémant hergestellt wird.

Besonders spannend war der Blick hinter die Kulissen der traditionellen Flaschengärung – der Méthode Traditionnelle. Nach der ersten Gärung im Tank wird der Wein mit Hefe und etwas Zucker in Flaschen gefüllt, wo er seine feinen Perlen entwickelt. Jede Flasche wird regelmäßig von Hand gedreht (Remuage), bis sich die Hefe im Flaschenhals sammelt und schließlich bei der Degorgierung entfernt wird.

So entsteht ein Crémant, der quasi der Cousin des Champagners ist. Beide werden nach derselben Methode in der Flasche vergoren – nur darf sich eben nur der Schaumwein aus der Champagne „Champagner“ nennen. Der luxemburgische Crémant hat dafür die gleiche feine Perlage – nur ohne Starallüren und Promi-Aufpreis.

Am Ende durften wir natürlich auch probieren – einen Crémant und jeweils einen Wein nach Wahl. Alles schmeckte uns richtig gut, aber zum Mitnehmen war dann doch keiner überzeugend genug.

In der Weinkellerei „Domaines Vinsmoselle – Caves du Sud“ hatte ich bereits von zu Hause aus eine Weinverkostung reserviert. Vier Weine – Auxerrois Grand Premier Cru, Grauburgunder Grand Premier Cru, Riesling Grand Premier Cru, Gewürztraminer Grand Premier Cru – und ein Crémant POLL-FABAIRE Cuvée Brut glitten uns die Kehle hinunter. Letzterer war so gut, dass wir nicht widerstehen konnten und eine Flasche kauften.



Baggerweieren Haff Réimech – Ruhe zwischen Wasser und Schilf

Zwischen sanft plätscherndem Wasser und raschelndem Schilf machten wir einen Spaziergang am Haff Réimech. Was heute wie ein stilles Naturparadies wirkt, entstand einst ganz anders: Die Baggerweieren sind ehemalige Kies- und Sandgruben, die für den Moselbau ausgehoben wurden. Als die Arbeit eingestellt wurde, füllten sich die Gruben langsam mit Wasser – und verwandelten sich in ein echtes Vogelparadies.

Hier draußen scheint die Zeit langsamer zu laufen. Man hört das beruhigende Platschen der Enten, sieht Libellen im goldenen Abendlicht tanzen und spürt, wie der Alltag von den Schultern fällt und Raum für Ruhe macht. Ein perfekter Ort, um einfach mal durchzuatmen und die Seele baumeln zu lassen.



Schengen – Ein Stück Geschichte an der Mosel

Unser Abstecher nach Schengen führte uns an einen Ort, der europäische Geschichte schrieb – wenn auch auf den ersten Blick recht unscheinbar. Direkt an der Mosel, am Dreiländereck von Luxemburg, Frankreich und Deutschland, steht das Schengen-Denkmal, das an das berühmte Schengener Abkommen von 1985 erinnert. Hier wurde damals beschlossen, die europäischen Binnengrenzen fallen zu lassen – ein Meilenstein für freies Reisen in Europa.

Vor Ort findet man die Skulptur mit drei Stahlpfeilern, die die ersten drei Unterzeichnerländer symbolisieren: Frankreich, Deutschland und die Benelux-Staaten (Belgien, Niederlande, Luxemburg). Außerdem gibt es ein kleines Freilichtmuseum mit Flaggen und Infotafeln. Hier begann also die Idee vom grenzenlosen Europa.

Für uns war es ein historischer Ort, aber kein klassisches Sightseeing-Highlight. Ein kurzer Stopp reicht völlig aus, um ein Erinnerungsfoto zu machen.



Luxemburg Stadt – Sehenswürdigkeiten, Sonne und ein bisschen Muskelkater

Wer glaubt, Luxemburg Stadt sei klein und schnell abgehakt, der hat noch nie versucht, die Stadt zu Fuß zu erkunden. Wir haben es getan – und uns dabei die Füße wundgelaufen. *lach* Aber keine Sorge: Die Mühe hat sich gelohnt, denn Luxemburg empfing uns mit Sonnenschein, beeindruckenden Ausblicken und einer Prise europäischer Geschichte.


Altstadt & Ausblicke: Luxemburg von seiner schönsten Seite

Luxemburg-Stadt liegt spektakulär auf mehreren Ebenen – oben die Altstadt, unten die Flusstäler von Petrusse und Alzette. Wir schlenderten durch malerische Gassen, genossen die Sonne auf Brücken und vergaßen an jedem Aussichtspunkt kurz, wie sehr die Waden langsam schmerzten.

Unser Tipp:
Bockfelsen-Aussicht – von hier hat man einen traumhaften Blick auf die Unterstadt.
Chemin de la Corniche – wird nicht umsonst als „schönster Balkon Europas“ bezeichnet.


Die Bock-Kasematten – Abenteuer unter der Erde

Natürlich durften die Bock-Kasematten nicht fehlen. Für alle, die sich jetzt fragen: „Was ist das eigentlich?“

Die Bock-Kasematten sind unterirdische Verteidigungsgänge, die einst Teil der riesigen Festungsanlage auf dem Bockfelsen waren. Soldaten konnten sich hier bewegen, ohne gesehen zu werden, Waffen lagern und bei Belagerungen Unterschlupf finden. Heute sind rund 17 Kilometer dieser beeindruckenden Gänge im gesamten Kasematten-System zugänglich. Neben den Bock-Kasematten gibt es auch die Petrusse-Kasematten und weitere Anlagen, die besichtigt werden können.

Unser Eindruck:
Ein historisches Labyrinth mit kühlen Gängen und genialen Fotospots aus den Schießscharten. Perfekt, um kurz der Sonne zu entfliehen – und ein bisschen Kind zu sein.


Ein Friedhof voller Geschichten – und der Hauptmann von Köpenick

Unser Spaziergang führte uns auch auf den Cimetière Notre-Dame, einen stillen Ort voller Geschichte.
Treue Leser wissen: Wir schauen uns auf Reisen gerne Friedhöfe an. Klingt vielleicht etwas morbide, ist aber für uns pure Kulturreise.

Denn jeder Friedhof erzählt etwas darüber, wie ein Land seine Toten ehrt – die Grabsteine, die Bepflanzung, die kleinen Details (wie angekettete Gießkannen *ggg*), all das ist von Land zu Land so unterschiedlich.

Zwischen alten Grabplatten und schattigen Wegen entdeckten wir schließlich ein kleines Highlight: das Grab des Hauptmanns von Köpenick, also Wilhelm Voigt, der mit seinem legendären Uniformstreich 1906 Berliner Geschichte schrieb. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Luxemburg, weshalb er auch dort beigesetzt wurde.


Der Wenzelgang – Luxemburgs Zeitreise zu Fuß

Ein weiteres Highlight war der Wenzelgang. Das ist ein historischer Rundweg entlang der ehemaligen Festungsanlagen, der eine Zeitreise durch 1.000 Jahre Stadtgeschichte bietet.
Unser Tipp: Erst ab 14:00 Uhr starten, dann ist das Licht für Fotos besser.

Der Rundgang beginnt bei der Bock-Kasematte in der Oberstadt. Von dort kann man direkt in die Unterstadt absteigen.

Man läuft über alte Brücken, an dicken Mauern vorbei und durch enge Treppen und Gassen – und überall warten traumhafte Ausblicke. Es ist ein bisschen, als würde man durch ein mittelalterliches 3D-Puzzle spazieren.

Zwischendurch kehrten wir im Scots Pub ein. Wenn nicht dort, wo dann? In der Sonne direkt am Wasser zu sitzen, hat einfach was.


Zwei Aufzüge und ein glücklicher Hase

Luxemburg-Stadt ist wirklich schön – keine Frage. Aber wenn man hier unterwegs ist, merkt man schnell: Diese Stadt ist nichts für Unsportliche. Steile Straßen, enge Treppen und teilweise ordentliche Höhenunterschiede fordern doch etwas Kondition.

Zum Glück gibt es zwei praktische Aufzüge, die Ober- und Unterstadt verbinden. Für mich war das einfach ein nettes Detail – für meinen Hasen allerdings ein echtes Highlight!

Er strahlte, als wir die Aufzüge entdeckten. Endlich kein keuchendes Hochsteigen mehr, keine Schweißperlen auf der Stirn – stattdessen ganz gemütlich reinspazieren, Knopf drücken und schweben. Von unten nach oben – ohne jegliche sportliche Anstrengung.

Der Panoramaaufzug Pfaffenthal, seit 2016 in Betrieb, fährt sogar über 60 Meter hoch – in unter 30 Sekunden. Durch die gläserne Kabine genießt man dabei einen schönen Ausblick auf das Alzette-Tal.

Der Aufzug Grund ↔ Oberstadt, eröffnet 1987, überwindet elegant 45 Meter Höhenunterschied in rund 25 Sekunden. Die Talstation ist durch einen Tunnel voller Kunstwerke erreichbar.

Beide Aufzüge sind übrigens Teil des öffentlichen Nahverkehrs und kostenlos nutzbar – genauso wie Busse und Bahnen in Luxemburg.


Markttag in der Haupstadt – klein, aber … naja

Wir lieben Märkte. Wirklich! Kaum ein Wochenmarkt, den wir besuchen, ohne mit mindestens einem Stück Käse, einer schönen Seife oder einem Glas Marmelade wieder abzuziehen. Entsprechend groß waren unsere Erwartungen, als wir hörten, dass in Luxemburg-Stadt jeden Mittwoch und Samstag auf dem Place Guillaume II ein Markt stattfindet. Also nichts wie hin!

Der erste Eindruck war… sagen wir mal: übersichtlich. Statt der bunten Reihen, die wir uns erträumt hatten, standen nur eine Handvoll Stände auf dem Platz. Sicher, es gab frisches Gemüse, Blumen und ein paar kulinarische Leckereien – aber das gewisse „Markt-Feeling“, dieses „Hier muss ich unbedingt etwas mitnehmen“-Gefühl, stellte sich einfach nicht ein.

Versteht uns nicht falsch: Die wenigen Stände, die da waren, wirkten durchweg hochwertig und mit viel Liebe geführt. Die Blumen dufteten herrlich, das Brot sah knusprig aus, und der Käse hatte definitiv Potenzial. Aber der Funke sprang einfach nicht über.

Und so kam es, was sonst nie passiert: Wir gingen mit leeren Händen wieder – kein Käse, kein Obst, nicht mal einen Keks. Luxemburg, was war da los?

Vielleicht hatten wir einfach einen schwachen Markttag erwischt. Vielleicht sieht es samstags schon ganz anders aus. Wer weiß? Wir geben dem Ganzen auf jeden Fall noch eine Chance – irgendwann.

Bis dahin bleibt die Erkenntnis:
Nicht jeder Marktbesuch ist ein Volltreffer. Aber das schont immerhin den Geldbeutel. *lach*


Luxemburg Stadt – unser Fazit

Luxemburg-Stadt ist kein Riesen-Metropolen-Abenteuer, sondern eher ein Städtetrip zum Genießen. Die Stadt überzeugt mit einer spannenden Mischung aus Geschichte, tollen Ausblicken und praktischen Highlights wie den Aufzügen.

Zwar ist es hier ganz schön hügelig, aber dafür voller Überraschungen – von den Kasematten bis zum Wenzelgang. Wer sich beeilt, kann die Stadt an einem Tag abhaken, aber zwei Tage sind definitiv besser. So bleibt auch genug Zeit für eine Pause mit ein paar kulinarischen Leckereien!

Uns hat es auf jeden Fall super gefallen, und wir können uns gut vorstellen, Luxemburg mal zur Weihnachtszeit wieder zu besuchen.



Château Larochette – Burgromantik mit Panoramablick

Larochette klingt schon ein bisschen nach Märchen – und genau so fühlt es sich an, wenn man vor den mächtigen Mauern des Château Larochette steht. Hoch über dem kleinen Ort thront die Burgruine und schaut seit dem Mittelalter stolz ins Tal.

Wir haben es uns leicht gemacht und sind mit dem Auto hochgefahren – sehr zur Freude von Tom, dessen Lieblingsbeschäftigung nicht Wandern ist!
Oben angekommen, wird man mit einem fantastischen Blick auf den Ort, die umliegenden Wälder und das Felsplateau belohnt. Perfektes Fotomotiv!

Die Geschichte der Burg reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Damals diente sie als Sitz mächtiger Adelsfamilien und wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert – und leider auch zerstört, unter anderem durch einen verheerenden Brand im 16. Jahrhundert. Heute sind Teile restauriert, andere romantisch verfallen – eine Mischung, die richtig Charme hat.

Innerhalb der Anlage gibt es einige gut erhaltene Teile zu entdecken, darunter das Homburger Haus mit kleinen Ausstellungen. Wer mag, kann gemütlich über den Burghof schlendern, durch alte Mauern spähen und sich vorstellen, wie hier vor Hunderten von Jahren Ritter und Burgfräulein unterwegs waren.



Abenteuer Müllerthal-Trail – von blockierten Wegen und schmalen Spalten

Wenn man an einem Mittwochvormittag auf dem Parkplatz im Müllerthal ankommt und schon das Gefühl hat, halb Luxemburg hätte denselben Plan gefasst … dann stellt sich erst mal dieses leicht mulmige Gefühl ein: Wird das hier eine Wanderung oder eher ein Spaziergang auf der Autobahn?

Aber: Spoiler – wurde es nicht.

Kaum waren wir ein paar Meter auf dem Weg, wurde es überraschend ruhig. Unser Weg führte gemütlich durch den schattigen Wald, immer schön entlang am Consdrëferbach. Und plötzlich war da: Stille. Vogelgezwitscher. Plätscherndes Wasser. Genau das, was man sich von einem Wanderweg in der Luxemburger Schweiz erhofft.

Nach einer Weile kamen uns drei Frauen entgegen. Sie wirkten leicht abgekämpft – und hatten eine klare Botschaft: „Weiter hinten geht nix mehr – da sind Bäume umgefallen, absolut kein Durchkommen! Wir sind auch umgedreht.“

Wir haben uns bedankt, kurz überlegt – und beschlossen, trotzdem mal selbst nachzusehen. Schließlich erlebt ja jeder Wege unterschiedlich, und manchmal sind Hindernisse für die einen ein Stopp, für die anderen einfach Teil des Abenteuers.

Und siehe da: Die umgestürzten Bäume waren da, ja. Aber mit ein bisschen Umsicht konnte man gut drumherum oder drübersteigen. Kein großes Drama.

In solchen Situationen denken wir immer wieder: Die Grenzen der anderen sind nicht deine eigenen.

Nach gut 3,5 Kilometern kam dann das erste Highlight: der Rittergang – eine schmale Felsspalte, so eng, dass man sich stellenweise seitwärts durchschlängeln musste. Genau unser Ding! Abenteuerlich, kühl, geheimnisvoll – und einfach richtig beeindruckend. Wenn die Felsen sprechen könnten, hätten sie bestimmt großartige Geschichten auf Lager.

Kurz darauf folgte die Deiwepetz – ein massiver Felsturm mit einer engen Passage, die so schmal und dunkel ist, dass wir kurzerhand die Handlampen gezückt haben. Stockfinster da drin! Das war richtig cool und so etwas hatten wir bis dahin auch noch nie gemacht. Ein echtes Mini-Abenteuer mitten in der Luxemburger Schweiz.

Unser Wendepunkt war dann die bizarre Felsformation Kohlscheuer, wo wir ganz oben einen fantastischen Blick hinunter auf einen kleinen See hatten. Dort haben wir kurz verschnauft, etwas gegessen und die Aussicht genossen – bevor es gemütlich wieder zurückging.

Über Eulengang und Goldkaul – zwei weitere beeindruckende Felsformationen – führte der Weg mit vielen Treppenstufen weiter. Zum Glück hatte Hase seine Wanderstöcke mitgenommen!

Schließlich erreichten wir die berühmten Schießentümpel-Kaskaden.

Und da war er plötzlich: der Schockmoment für stille Wanderherzen. Menschen. Viele. Gefühlt alle auf einmal.
Ich hatte kurz echt einen Hals. Aber – wie durch ein Wunder – war 15 Minuten später plötzlich alles wie leergefegt. Ob da ein Bus abgefahren ist? Keine Ahnung. Uns soll’s recht sein. So konnte ich in Ruhe ein paar schöne Bilder machen, ohne Selfiesticks im Vordergrund.

Dann ging’s zurück zum Parkplatz. Zehn Kilometer waren es insgesamt – und obwohl das für uns eigentlich keine große Strecke ist, hatten wir sie deutlich in den Beinen. Rauf, runter, Treppen ohne Ende – aber genau das macht diesen Weg ja so besonders.

Müllerthal, du hast geliefert.
Und wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Tour in der Luxemburger Schweiz!



Château Beaufort – Ruinenzauber, Schauspielchaos & ein Schlückchen Cassis

Es hat uns ins kleine luxemburgische Örtchen Beaufort verschlagen. Genauer gesagt zur Burgruine Château Beaufort – einem der fotogensten Orte in der Region Müllerthal, eingebettet in grüne Wälder und mit einem herrlich verwunschenen Charme.

Die mittelalterliche Ruine stammt ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert und wurde später im Stil der Renaissance ergänzt. Heute kann man durch verwinkelte Gänge schlendern, Türme besteigen und sich vorstellen, wie hier einst Ritter und Burgfräulein gelebt haben – zumindest theoretisch. Denn bei unserem Besuch war es mit der romantischen Mittelalter-Atmosphäre leider ein wenig schwierig.

Wie es der Zufall so will, probte bei unserem Besuch gerade eine französische Schauspielgruppe auf dem Burggelände. Und das nicht gerade leise. Da wurde gerannt, geschrien, gestritten – natürlich alles im Dienste der Kunst. Aber trotzdem … es war stellenweise eher Bühnenkampf als Burgidylle. Schade, denn die Anlage selbst ist wirklich beeindruckend.

Versöhnt hat uns dann das kleine Extra zum Eintrittspreis: eine Probe des hauseigenen Cassis-Likörs. Denn das Château Beaufort ist nicht nur eine Ruine, sondern auch eine Produktionsstätte für feinste Fruchtliköre. Die Herstellung begann hier übrigens in den 1930er-Jahren, als der damalige Besitzer Edmond Linckels die Burg kaufte und beschloss, die alten Kellergewölbe zur Likörproduktion zu nutzen. Das kühle Klima und die natürliche Lagerung in den Mauern eigneten sich dafür perfekt – und die Tradition wird bis heute fortgeführt.

Wir haben brav alle Sorten durchprobiert: den klassischen Cassis, Himbeere, Pflaume und Cassis-Kirsch. Und? Naja… Cassis war uns einen Tick zu sauer, Pflaume und Kirsch-Cassis haben geschmacklich auch nicht ganz unseren Nerv getroffen. Am besten fanden wir noch die Himbeer-Variante – die war schön fruchtig und nicht zu aufdringlich.

Gekauft haben wir dann trotzdem nichts für uns selbst, aber ein kleines Mitbringsel für meine Mama und ihren Freund musste sein. Vielleicht trifft es ja deren Geschmack besser!

Trotz der etwas chaotischen „Live-Performance“ war der Besuch auf der Burg schön. Die Ruine ist definitiv sehenswert, vor allem wenn man ein Faible für Geschichte, alte Gemäuer und kleine Details hat. Wer es ruhig und atmosphärisch mag, sollte vielleicht vorher checken, ob gerade geprobt oder gespielt wird. *lach* Und die Likörprobe ist ein netter Bonus!



Müllerthal-Trail Teil II – zwischen Felsen, Spalten und Räuberverstecken

In der Nähe des kleinen Dörfchens Berndorf waren wir unterwegs – wieder mitten in der Luxemburger Schweiz. Und was sollen wir sagen? Diese kleine Felsenrunde (Start an der Touristeninfo) hat uns richtig begeistert.

Die Landschaft dort ist wie gemacht für alle, die beim Wandern auch ein bisschen klettern, kraxeln und entdecken wollen. Es geht durch moosbedeckte Felsspalten, über verwitterte Stufen, und an jeder Ecke wartet ein neues kleines Highlight. Es fühlt sich fast an wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene – nur eben ohne Netz und doppelten Boden, dafür mit viel Natur und einem ordentlichen Schuss Kindheitsgefühl.


Räuberhöhle – schmal, dunkel und ziemlich aufregend

Richtig spannend wurde es bei der Räuberhöhle. Schon der Einstieg ist nichts für Zartbesaitete: Über eine steile Metallleiter klettert man in einen dunklen Felsspalt hinunter – und unten endet die Leiter quasi im Nichts. Die Höhle selbst ist eng und schmal, man muss sich ordentlich bücken, um durch die Passage zu kommen. Aber genau das hat’s für uns so besonders gemacht. Ein echtes Erlebnis!


Adlerhorst & Teufelsinsel – Namen, die halten, was sie versprechen

Auch der Adlerhorst war ein echtes Highlight – ein Felsvorsprung mit schöner Aussicht, den man über natürliche Stufen erreicht. Und die Teufelsinsel klang nicht nur dramatisch, sondern sah auch so aus: bizarre Felsformationen, enge Durchgänge, verwunschene Ecken. Ein Ort, an dem man automatisch langsamer wird, weil es an jeder Ecke etwas zu entdecken gibt.

Unser Fazit: Ein Riesenspaß mit viel Bewegung!
Die Felsenwelt rund um Berndorf hat uns total gefallen. Es war abwechslungsreich, aktiv, ein kleines bisschen herausfordernd – aber nie zu viel. Genau die richtige Mischung aus Naturerlebnis und Abenteuer. Wer Spaß an schmalen Spalten, kleinen Höhlen und ein bisschen Kraxelei hat, ist hier definitiv richtig.



Höhlen und Moosmagie – unterwegs bei den Huel Lee

Die Huel Lee, auch bekannt als Hoyley oder „Hohllay“, wirken auf den ersten Blick wie eine einfache Felsenhöhle mitten im Wald – aber sie haben es in sich. Früher wurde hier Sandstein für Mühlsteine abgebaut, und die Spuren davon sind bis heute gut zu erkennen: große kreisrunde Abdrücke, glatt bearbeitete Flächen und ausgehöhlte Wände.
Nachdem die Rohling-Form aus dem Felsen herausgearbeitet war, wurden Holzkeile in Spalten getrieben und mit Wasser befeuchtet. Das aufquellende Holz erzeugte so viel Druck, dass der Stein vom Felsen „abgesprengt“ wurde.

Rund um den Ort ranken sich viele Geschichten. Es wird vermutet, dass die Höhlen schon zur Römerzeit als Versammlungsort oder Kultstätte genutzt wurden. Sicher ist: Die Atmosphäre dort ist wirklich besonders – man spürt sofort, dass dieser Ort Geschichte hat.

Von den Höhlen aus sind wir weitergewandert – immer entlang eines kleinen Baches, der sich durch die Felsen schlängelt. Zugegeben, wirklich viel Wasser war da nicht drin. Der Sommer hatte dem Fluss ordentlich zugesetzt, stellenweise war er fast trocken. Und trotzdem: Die Stimmung in der kleinen Schlucht war einfach zauberhaft. Zwischen moosbedeckten Felsen, dichtem Farn und knorrigen Bäumen fühlte sich alles ein bisschen mystisch an. Still, grün, irgendwie romantisch – wie aus einem verwunschenen Märchenwald.

Wir haben den Weg richtig genossen, uns Zeit gelassen, sind stehen geblieben, haben geschaut und auch eine kleine Pause eingelegt.

Am Ende unserer kleinen Tour ging es dann noch zum Periskop – einem schmalen Felsspalt, der nach oben führt. Ich bin den Weg allein hochgeklettert, Tom hat derweil unten gewartet. Die Aussicht dort oben? Ehrlich gesagt eher mittelmäßig. Kein großer Panoramablick, kein spektakulärer „Wow“-Moment – aber der Weg dorthin war es definitiv wert. Enge Spalten, verwitterte Stufen, Licht und Schatten – es war einfach spannend, da durchzukraxeln.

Nach dem Abstecher zum Periskop haben wir uns gemütlich auf den Rückweg gemacht. Kein großer Rundweg, aber ein kleiner Ausflug voller Atmosphäre, Geschichte und stiller Naturmomente. Genau das Richtige, wenn man mal für ein, zwei Stunden abschalten will – und trotzdem das Gefühl haben möchte, etwas Besonderes erlebt zu haben.



Wolfsflucht – beeindruckend, aber lieber zuerst anschauen

Von Echternach aus sind wir gemütlich den gut einen Kilometer langen Weg zur Wolfsflucht spaziert. Der Pfad war angenehm zu laufen, gut ausgeschildert und landschaftlich schön – ein typischer Waldweg, der sich leicht ansteigend durch den Hang schlängelt. Kurz vor dem Ziel gab es dann, wie so oft in der Luxemburger Schweiz, nochmal die obligatorischen Treppen und Stufen. Aber alles gut machbar – nichts, was einen wirklich aus der Puste bringt.

Oben angekommen erwartet einen nicht nur die Wolfsflucht selbst, sondern auch ein schöner Aussichtspunkt, von dem man einen herrlichen Blick über das Tal genießen kann. Die Weite und Ruhe dort oben laden zum Verweilen und Staunen ein – ein perfekter Ort, um kurz durchzuatmen und die Natur auf sich wirken zu lassen.

Die Wolfsflucht ist im Gegensatz zu vielen anderen Felsspalten in der Gegend recht breit und offen. Statt eng und düster wirkt sie eher einladend und großzügig, was sie schon besonders macht. Die moosbedeckten Felswände und die kühle Schluchtluft sorgen für eine beeindruckende Atmosphäre.

So schön die Wolfsflucht auch war – wir müssen ehrlich sagen: Die anderen Felsspalten und Felsen, die wir vorher gesehen haben, haben uns insgesamt mehr beeindruckt. Vielleicht lag es daran, dass wir sie vor der Wolfsflucht besucht hatten und unsere Erwartungen dadurch einfach höher waren.

Die Wolfsflucht lohnt sich aber dennoch auf jeden Fall. Der Weg dorthin ist angenehm, die Stimmung vor Ort ruhig und eindrucksvoll – und der Aussichtspunkt oben ein echtes Plus. Wenn man allerdings plant, mehrere Felsformationen in der Gegend zu erkunden, ist es vielleicht besser, die Wolfsflucht nicht als großes Finale einzuplanen – sondern lieber als spannenden Einstieg in die Felsenwelt der Region.

Fazit: Schön – aber besser als Auftakt als als Abschluss!



Echternach – Frühstück, Flair & ein bisschen Geschichte

Bei unserem Besuch in Luxemburg hat es uns auch nach Echternach verschlagen – die älteste Stadt des Landes. Und was macht man als Erstes, wenn man eine neue Stadt entdeckt? Genau: Frühstück!

Im „Carli’s Coffee“ haben wir uns gleich mal gestärkt – richtig nettes Café mit superfreundlichem Personal, leckerem Essen und vor allem: fantastisch gutem Kaffee. So kann ein Tag starten!

Anschließend ging es gemütlich durch die Stadt. Echternach hat uns mit seinem mittelalterlichen Charme sofort abgeholt. Teile der alten Stadtmauer sind noch erhalten und lassen sich beim Bummeln immer wieder entdecken.

Natürlich durfte auch ein Besuch in der Abtei Echternach nicht fehlen. Sie wurde im 7. Jahrhundert vom angelsächsischen Missionar Willibrord gegründet, der als Apostel der Niederlande gilt. Sein Grab befindet sich in der Krypta der Abteikirche und ist bis heute ein bedeutender Wallfahrtsort.

Wir wollten uns auch die Kirche St. Peter und Paul anschauen, aber die war leider geschlossen – schade! Von außen war sie trotzdem beeindruckend.

Dafür sind wir noch über den Marktplatz geschlendert, haben die hübschen Häuserfassaden bewundert und sind dabei auch am bekannten Denzelt vorbeigekommen. Das ehemalige Gerichtsgebäude aus dem 15. Jahrhundert ist heute eines der bekanntesten Bauwerke Echternachs.

Unterm Strich? Echternach hat uns richtig gut gefallen. Eine charmante Stadt mit Geschichte, Atmosphäre und – nicht zu vergessen – sehr gutem Kaffee.



Rindschleiden – Ruhe, Idylle und ein Hauch Geschichte

Rindschleiden, das als kleinstes Dorf Luxemburgs gilt, ist wirklich ein besonderer Ort. Und klein heißt hier wirklich klein: eine Kirche, ein paar Häuschen, viel Natur und ganz viel Ruhe. Die Szenerie war wie gemalt – idyllisch und entschleunigt. Genau das, was wir gesucht haben.

Im Zentrum des Dorfs steht die hübsche Kirche St. Willibrord, deren Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Der heutige Bau stammt aus dem 15. Jahrhundert und überrascht mit schönen Wandmalereien im Inneren – fast ein bisschen versteckt, aber definitiv sehenswert.

Gleich daneben befindet sich ein kleiner Teich, gespeist von einer Quelle, die dem Ort seit jeher Wasser schenkt. Der Legende nach soll auch hier der heilige Willibrord gewirkt oder die Quelle gesegnet haben – so wie an vielen anderen Orten der Region. Ob das wirklich so war, weiß natürlich niemand genau, aber der Ort strahlt trotzdem etwas Besonderes aus.

Wir haben lange auf einer Bank am Teich gesessen, dem Plätschern der Quelle gelauscht und den Fischen, Libellen und Schmetterlingen zugeschaut. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen alles um einen herum still wird – außer der Natur.

Rindschleiden hat nicht viel – aber genau das macht den Zauber dieses Ortes aus. Wer einfach mal abschalten will, ist hier goldrichtig.



Esch-Sauer – Schweiß, Schlappen und ein stiller Moment im Wald

Esch-Sauer liegt malerisch in einer Schleife der Sauer – einem Fluss, der sich sanft durch die luxemburgische Landschaft zieht. Der kleine Ort wirkt verschlafen, fast wie aus der Zeit gefallen, mit engen Gassen, alten Häusern und einer Burg, die sich über alles erhebt.

Unser Highlight – zumindest mein Highlight – war der Aussichtspunkt hoch oben im Wald, von dem man einen fantastischen Blick auf den Ort und die Flussschleife hat. Tom hatte auf den schweißtreibenden Aufstieg so gar keine Lust und entschied sich lieber für die gemütliche Variante: ein schattiges Plätzchen direkt am Ufer, wo er entspannt wartete, während ich mich mutig (oder besser gesagt: etwas naiv) auf den Weg nach oben machte.

Der Pfad war extrem steil, schmal, steinig und rutschig – und ich hatte mir ausgerechnet meine „Hiking“-Schlappen dafür ausgesucht. Warum? Keine Ahnung. Aber ich hab’s durchgezogen. Nach gut 20 Minuten und einer ordentlichen Portion Schweiß kam ich endlich oben an – durchgeschwitzt und mit einem Puls von gefühlten 200 Schlägen, aber glücklich. Denn der Ausblick war einfach grandios: Der Blick über das Tal, die Burg, der Fluss – alles lag mir zu Füßen.

Ich stand lange still dort oben, atmete durch – und dann, plötzlich: ein Knacken im Gebüsch. Ich drehte mich um – sah aber nichts. Noch ein Knacken. Und dann: ein Reh. Es hatte mich noch nicht bemerkt, weil ich so ruhig war. Ein kurzer, fast magischer Moment. Natürlich genau in dem Augenblick, als ich zur Kamera griff, sah es mich – und war schneller weg, als ich fokussieren konnte. Aber das Bild im Kopf bleibt.

Der Abstieg dauerte wegen meiner „Schlappenwahl“ fast eine halbe Stunde – ich wollte schließlich nicht abrutschen. Unten angekommen, gingen wir gemeinsam in eine kleine Gaststätte, wo wir uns erstmal ein kühles Getränk gönnten – genau das Richtige nach dieser Aktion.

Die Burgbesichtigung haben wir uns für irgendwann mal aufgehoben – irgendwie war die Luft bei uns raus. Aber das war okay. Esch-Sauer ist auch so ein hübscher, ruhiger Ort, der definitiv einen Besuch wert ist.



Aussichtspunkt Gringlay – Panoramablick über die Sauer und das Château Bourscheid

Der Aussichtspunkt Gringlay ist ein kleines, aber lohnendes Ziel. Unser Startpunkt war der Parkplatz am Hotel Leweck, von dem aus man direkt in den gut ausgebauten Feldweg einbiegt. Der Weg ist angenehm zu laufen – fest, breit und mit sanfter Steigung – und mit nur etwa einem Kilometer pro Strecke auch für einen kurzen Abstecher ideal.

Hase war anfangs übrigens nicht begeistert. „Schon wieder wandern?“ – der Blick sprach Bände. Aber ich kenne das ja schon: Den gesamten Weg über wird gemurrt und wenig gesprochen. Zum Glück ist spätestens am Ziel das Gejammer vergessen – denn der Ausblick war wirklich schön. Nicht ganz so beeindruckend wie der auf das Dorf Esch-Sauer, aber dennoch sehenswert.

Vor einem liegt die Sicht auf die Sauerschleife, wie sie sich elegant durch das Tal schlängelt, eingerahmt von sattem Grün. Und darüber, auf der gegenüberliegenden Seite, thront das Château Bourscheid – eine Burg, die aussieht, als wäre sie direkt aus einem Ritterfilm gefallen.

Eine Weile blieben wir stehen, ließen den Blick auf uns wirken und ich machte das ein oder andere Foto. Es ist einer dieser Orte, die zeigen, wie gut kleine Abstecher in die Natur tun – keine lange Anreise, keine anstrengende Wanderung, und doch ein absolut lohnendes Ziel.

Wer in der Region unterwegs ist, sollte den Abstecher zum Gringlay unbedingt einplanen. Besonders bei klarem Wetter ist die Aussicht einfach unbezahlbar – selbst für Wander-Muffel wie Hase.



Schloss Vianden – Hoch hinauf und historisch tief im Herzen

Wir starteten unseren Besuch in Vianden mit einem Abstecher zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes. Der Blick von dort reichte zwar nicht weit ins Land, dafür aber direkt aufs Schloss – und der war einfach nur genial! Die hellen Mauern und Türme ragten eindrucksvoll über den Ort, und aus dieser Perspektive wirkte die Burg fast noch imposanter als aus der Nähe.

Dann folgte die legendäre Parkplatzsuche – und es waren so unglaublich viele Niederländer unterwegs, dass wir uns fast wie in Holland fühlten! Schließlich fanden wir einen schmalen Stellplatz am Waldrand und spazierten zur Talstation des Sessellifts.

Für 6,50 € pro Person (Einzelfahrt) ging es mit dem einzigen Sessellift in Luxemburg hinauf – auf den etwa 370 Meter hohen Romeberg/Milleberg, von der Talstation auf rund 210 Metern gelegen. Sogar Tom war happy mit dem Sessellift, obwohl er solche Dinger sonst absolut hasst – für ihn war alles besser als laufen!

Die Aussicht oben war ebenfalls superschön: das Ourtal, die Stadt Vianden und vor allem das Schloss lagen uns direkt zu Füßen.

Zu Fuß liefen wir dann den Weg hinunter zum Schloss. Die Sonne brannte vom Himmel, es waren schwitzige 30 °C!

Die Burg Vianden entstand zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert auf den Fundamenten einer römischen Festung und einer karolingischen Anlage. Sie galt einst als Residenz der mächtigen Grafen von Vianden und weist Elemente sowohl der Romanik als auch der Gotik auf.

Im Jahr 1820 wurde das Schloss verkauft und teilweise auseinandergebaut – Holztäfelungen, Türen, Fenster und Steine wurden einzeln veräußert, und die Burg verfiel.

Erst 1977 fiel die Burg in den Besitz des Staates Luxemburg – daraufhin begann eine umfangreiche Restaurierung, die das Schloss wieder in seinen ehemaligen Glanz versetzte. Innenräume wie die Kapelle, Säle und Wohntrakte wurden nach historischen Plänen rekonstruiert. In weiteren Phasen wurden Dach, Wände und Inneneinrichtungen ergänzt und geschützt – bis hin zu den letzten bedeutenden Bauarbeiten, die in den 1980er Jahren abgeschlossen wurden.

Heute gehört Schloss Vianden zu den bedeutendsten mittelalterlichen Burgen Europas – vollständig restauriert und als Denkmal von europäischem Rang anerkannt.

Die Besichtigung fanden wir super spannend und richtig interessant. Ein wunderschöner Abschluss unseres Kurztrips nach Luxemburg – zwischen luftiger Gondelfahrt, mittelalterlichem und historischem Flair.



Luxemburg kulinarisch

Was uns in Luxemburg von Anfang an begeistert hat? Ganz klar: das Essen. Und der Wein. Und der Crémant. Also alles, was man mit Messer, Gabel oder Glas in den Mund befördern kann. Aber bleiben wir erst mal beim Flüssigen.


Crémant de Luxembourg – prickelnd und richtig lecker

Unser absoluter Favorit unter den edlen Tropfen war der Crémant. Trocken, feinperlig und elegant – er hat uns wirklich richtig gut geschmeckt. Ein wunderbarer Genuss, der perfekt als prickelnde Alternative zu Champagner überzeugt.


Der Rivaner-Moment – Wenn der Supermarkt zum Sommelier wird

Aber mal ehrlich: Jeden Abend im Restaurant ein Weinchen zu bestellen, hat unser Urlaubsbudget ganz schön auf Trab gehalten. Also kam ich auf die zündende Idee:

„Warum stellen wir nicht einfach eine von uns ausgesuchte Flasche in die Kühlung im Supermarkt und kaufen sie ein paar Stunden später eisgekühlt?“

Hase hat mich erst irritiert angeschaut – bis ich auf die Kühlregale deutete. Dort, wo sonst Bier steht. Oder Joghurt. Oder Tofuwürstchen. Auf jeden Fall: kalt. Und genau das wollten wir ja für unseren Weißwein. Denn kleines Problem am Rande: Im Hotelzimmer gab es keinen Kühlschrank. Und lauwarmer Wein geht halt höchstens als Fußbad durch.

Also haben wir heimlich, still und leise eine Flasche Rivaner – unser neuer Lieblingswein – zwischen zwei Dosen Limo und einem Liter Milch versteckt. Und gehofft, dass niemand sie vorher entdeckt, einsortiert oder austrinkt.

Abends zurück – Spannung!
Und jaaa! Die Flasche war noch da, gut gekühlt und bereit für ihren Einsatz.

Weingläser und einen Korkenzieher hatten wir natürlich nicht. Aber mit einem gekauften Kochlöffel (es gab tatsächlich keinen Korkenzieher im Supermarkt!) klappte das Korken-Reindrücken perfekt. Und als Gläserersatz taten es halt ein paar Pappbecher – wir sind ja nicht so.
Also ab in den nächsten Park, ein stilles Bänkchen gesucht, Blick ins Grüne – und zack, der Abend war gerettet.

Wir saßen da und führten tolle Gespräche, als plötzlich auf der anderen Flussseite die Polizei mit Sirene vorbeifuhr. Kaum ertönte das Signal, hörten wir ein lautes Knacken und Krachen: Ein riesiger Ast brach von einer Weide ab und stürzte in den Fluss.
Für uns war das erst ein bisschen erschreckend – aber dann auch total lustig. Fast so, als hätte sich der Baum ertappt gefühlt und wäre genau deswegen erschrocken zusammengebrochen, als die Sirene vorbeizog.

Der Rivaner: frisch, fruchtig, ein bisschen nach Apfel und vielleicht sogar Mirabelle. Und vor allem genau richtig für einen Urlaubsmoment, der nicht viel gekostet hat – außer einem kleinen Kühlschrank-Hack im Supermarkt.


Ein süßer Zwischenstopp – Madeleines bei Léa Linster

Wer Luxemburg kulinarisch entdecken will, kommt an einem Namen nicht vorbei: Léa Linster – Sterneköchin, Buchautorin, Fernsehgesicht.
Aber was uns wirklich begeistert hat? Ihre Madeleines.

In ihrem kleinen Geschäft in Luxemburg Stadt duftete es schon draußen nach Butter, Vanille und einem Hauch Kindheit. Natürlich mussten wir rein. Und natürlich mussten wir probieren.
Warm, zart, fluffig – diese Madeleines sind nicht einfach Kuchen, sondern Seelenwärmer in Miniaturform.

Und als wäre das nicht schon genug – Léa war selbst da.
Herzlich, offen, ganz ohne Starallüren. Sie setzte sich mit einem Glas Crémant zu uns an den Tisch vor dem Laden, und wir plauderten einfach drauflos. Über Essen, über Reisen, übers Leben.
Und das Gläschen Crémant? Ging aufs Haus.

Ein kleiner, feiner Zwischenstopp – ganz groß im Geschmack.


Rieslingspaschtéit & Tourte au Pinot Noir von Kampf-Kohler – Ein echter Genuss

Die Rieslingspaschtéit von Kampf-Kohler hat uns wirklich begeistert. Die fruchtige Note des Rieslings passt perfekt zur herzhaften Füllung und der knusprigen Teighülle – ein Geschmackserlebnis, das Lust auf mehr macht.
Aber auch die Tourte au Pinot Noir war super lecker, veredelt mit Rotwein und vollgepackt mit aromatischen Zutaten.

Ob als Snack zwischendurch oder als besondere Beilage – diese Pasteten sind ein echter Geheimtipp. Man schmeckt die Leidenschaft und Tradition, die in jedem Stück steckt.

Unbedingt probieren – wir sind sicher, sie werden auch euch begeistern!


Quetschentaart & Äppeltaart: Süß und unwiderstehlich

Da ich ja eher auf Süßes stehe, haben mir natürlich besonders die Quetschentaart und die Äppeltaart richtig gut geschmeckt. Die Quetschentaart war schön fruchtig, mit einem knusprigen Boden und super saftig.

Das Äppeltaart hat mich mit seinem buttrigen Teig und den saftigen Äpfeln total überzeugt – ein echter Klassiker, der immer schmeckt.


Herzhaft & hausgemacht – Judd mat Gaardebounen und Kniddelen

Natürlich wollten wir in Luxemburg nicht nur süß und spritzig unterwegs sein – ein bisschen Hausmannskost muss auch mal sein. Und die Luxemburger? Die wissen genau, wie man richtig reinschaufelt!

Tom hatte sich für Judd mat Gaardebounen entschieden: geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen und Kartoffeln in cremiger Sauce. Da konnte er einfach nicht widerstehen.

Ich hatte Kniddelen bestellt – luxemburgische Mehlklößchen, butterweich und mit Speck und Zwiebeln verfeinert. Klingt erstmal nach ordentlich Kalorien-Bombe? Jep, war’s auch! Aber genau das Richtige, wenn der Magen nach einem langen Tag laut schreit.

Wir haben so zugeschlagen, dass wir fast direkt auf den Stühlen im Restaurant eingeschlafen wären – satt, glücklich und vielleicht ein kleines bisschen träge.

Ein echtes Geschmackserlebnis aus der gutbürgerlichen Küche Luxemburgs – bodenständig, lecker und einfach saugut.

Fazit: Luxemburg hat uns kulinarisch total abgeholt – mit leckerem Essen und mit Rivaner und Crémant hatten wir nicht nur Geschmack im Glas, sondern auch richtig schöne Erinnerungen im Gepäck.
Manchmal braucht’s eben keine schicke Weinbar, sondern einfach nur ein bisschen Kreativität… und ein kaltes Getränk auf ’ner warmen Bank.
Und dann diese vielen Leckereien in den wunderbaren Bäckereien. Ein echtes Paradies für Naschkatzen wie mich!



Unsere Schlafplätze & Fazit


Jugendherberge Schengen/Remerschen

Unser Aufenthalt dort war eine kleine Zeitreise in die Welt klassischer Jugendherbergen – inklusive aller typischen Eigenheiten.

Die Zimmer sind funktional und schnörkellos eingerichtet:

• Linoleumboden, der an Schulsporthallen erinnert
• Schlichtes Mobiliar
• Badezimmer mit Dusche samt Druckknopfautomatik – wer länger duschen möchte, muss öfter drücken

Handtücher und Seife gibt es nicht, und die Betten sind ebenfalls selbst zu beziehen und wieder abzuziehen – echte Jugendherbergserfahrung!
Wer Nostalgie für Schulausflüge und Pfadfinderlager hat, fühlt sich sofort zu Hause.

Zusammenfassend: Keine Luxusunterkunft, aber sauber, günstig (Doppelzimmer 88 € inkl. Frühstück) und zweckmäßig – und damit genau das, was man von einer Jugendherberge erwartet. Wer mit einfachen Standards kein Problem hat und die schöne Moselregion erkunden möchte, kann hier ohne Bedenken übernachten. Wir würden es wieder tun.


Henry’s Apartment in Luxemburg-Stadt

Die Unterkunft besteht aus vier Zimmern, jedes mit eigenem Bad. Die Küche und das Wohnzimmer teilt man sich mit den anderen Gästen – das muss man mögen. Für uns ist das kein Problem, im Gegenteil: Das kann auch mal ganz nett sein, wenn man ins Gespräch kommt. Und wenn nicht, geht man sich halt einfach aus dem Weg.

Unser Zimmer war geräumig, sauber und funktional eingerichtet – also alles da, was man braucht. Kein Designpreis, aber auch kein Grund zur Klage.

In der Gemeinschaftsküche sah das Ganze dann leider ein bisschen anders aus. Es fehlte an ein paar grundlegenden Utensilien – zum Beispiel keine Schere, keine Kelle, keine sauberen Abtrockentücher, irgendwie alles ein bisschen spärlich, und es hätte ruhig etwas gründlicher geputzt sein können.
Nicht so richtig appetitlich war auch der Kühlschrank, in dem sich noch abgelaufenes Essen früherer Gäste tummelte, das offenbar schon eine Weile dort stand.

Was man auch wissen sollte: Die Straße vor dem Haus ist gut befahren – und das hört man. Wer empfindlich schläft, sollte vielleicht Ohropax einpacken. Wir konnten dennoch ganz gut schlafen, aber leise war’s nicht gerade.

Trotzdem: Für ein paar Nächte war’s praktisch und preislich fair. Die Bushaltestelle direkt vor dem Haus und der eigene Parkplatz im Parkhaus waren ein großer Pluspunkt. Wir würden wiederkommen.


Esplanade Hotel in Diekirch

Das Esplanade Hotel liegt super zentral, nur wenige Schritte von der Fußgängerzone entfernt – perfekt, wenn man die Stadt zu Fuß erkunden möchte.

Unser Zimmer war sauber, funktional eingerichtet und hatte alles, was man so braucht. Besonders schön: Jeden Tag gab es frische Handtücher und gleich zwei neue Flaschen Wasser – das hat uns echt gefallen.

Parken? Kein Problem! Direkt gegenüber vom Hotel gibt es ein günstiges Parkhaus, das wir dankbar genutzt haben.

Was wir allerdings nicht empfehlen können, ist das Frühstück im Hotel. Für 13 Euro pro Person bekommt man lediglich Toast, Croissants, Schinken und eine einzige Käsesorte. Dazu etwas Müsli und Kaffee aus der Kanne. Die Eier muss man sich selbst kochen – was im kleinen Eierkochautomaten leider nicht so richtig gut funktioniert hat.

Fazit: Top Lage, saubere Zimmer und ein guter Parkplatz – aber fürs Frühstück lieber woanders hingehen.


Luxemburg hat uns wirklich begeistert: klein, aber voller Überraschungen. Perfekt für alle, die einfach mal für ein, zwei Tage dem Alltag entfliehen wollen – ohne lange Anreise. In gut zweieinhalb Stunden ist man mitten im Großherzogtum, zwischen Burgen, Panoramen und charmanten Städtchen. Wir sind sicher: Das war nicht unser letzter Besuch.