Edinburgh 2024

Edinburgh
29.11. – 01.12.2024


Manchmal braucht es gar nicht viel: zwei Nächte, ein früher Flug und diese ganz besondere schottische Mischung aus Geschichte, Pubs und Wetterglück. Edinburgh ist eine unserer Lieblingsstädte und wir waren bereits so oft dort, dass wir uns einfach nur noch treiben lassen.
Bei diesem Kurztrip sind wir unfassbar viel gelaufen, kreuz und quer durch die Stadt, ohne festen Plan, einfach dem Bauchgefühl nach. Und das will was heißen, denn selbst Tom – der sonst bei zu vielen Schritten durchaus ein kleines Meckern einstreuen kann – läuft in Edinburgh einfach. Ohne Kommentar. Ohne Augenrollen. Weil er diese Stadt einfach viel zu sehr liebt.

Für unseren Kurztrip ging es von Weeze mit Ryanair direkt in die schottische Hauptstadt. Der Abflug war schon um 06:30 Uhr, weshalb wir die Nacht zuvor ganz entspannt in einer kleinen Ferienwohnung in Flughafennähe verbracht haben. Eine richtig gute Idee, denn so mussten wir nicht mitten in der Nacht aufstehen und starteten vergleichsweise ausgeschlafen in Richtung Schottland.

Durch den frühen Flug waren wir entsprechend früh in Edinburgh. Der Rückflug ging erst am Sonntagabend um 20:00 Uhr, sodass wir im Prinzip fast drei volle Tage in der Stadt hatten. Für einen Kurztrip absolut perfekt!


Gassen, Geschichte & kleine Pausen

Da wir die klassischen Highlights größtenteils schon kannten, haben wir sie dieses Mal bewusst ausgelassen. Stattdessen schlenderten wir stundenlang durch die Stadt, die Royal Mile rauf und runter, durch enge Gassen, vorbei an alten Häusern, immer wieder stehen bleibend, schauend, genießend.

Auch der Canongate Kirkyard hat uns einen Moment innehalten lassen. Der kleine, historische Friedhof liegt etwas abseits der großen Touristenströme und strahlt eine erstaunliche Ruhe aus, obwohl er direkt an der Royal Mile liegt. Zwischen alten Grabsteinen, verwitterten Inschriften und schiefen Mauern spürt man hier sehr deutlich, wie viel Geschichte in dieser Stadt steckt.

Die St Giles‘ Cathedral stand aber mal wieder auf unserem Programm. An dem Tag, an dem wir dort waren, fand im Inneren ein kleiner Handwerksbasar statt – mit Kunsthandwerk, Ständen und liebevoll gemachten Dingen, von denen wir auch etwas kauften. Leider ging durch die vielen Leute und das Gequatsche die sonst so ruhige, andächtige Stimmung der Kirche ein Stück weit verloren. Irgendwie wirkte der Raum weniger still, weniger sakral. Immer noch schön, aber eben anders, als wir sie kannten.


Weihnachtsmarkt & Pubkultur deluxe

Ein echtes Highlight war der Weihnachtsmarkt, der uns richtig begeistert hat. Der Edinburgh Christmas Market ist groß, bunt, lebendig, unglaublich stimmungsvoll und er gehört zu den größten Winterevents in ganz Schottland. Es gab jede Menge Essensstände, internationale Küche, unzählige Souvenirs und natürlich ganz viel Hot Mulled Wine, der uns zuverlässig von innen gewärmt hat.

Zwischendurch landeten wir immer wieder in Pubs. Cider, Guinness, Whisky, dazu großartige Livemusik und diese unvergleichliche Pub-Atmosphäre, die Schottland einfach perfekt beherrscht. Haggis wurde natürlich auch gegessen – gehört für uns einfach immer dazu.


Riesenrad, bunte Häuser & ein bisschen Magie

Auf dem Weihnachtsmarkt haben wir auch eine Runde mit dem Riesenrad gedreht. Obwohl Tom Riesenradfahren eigentlich hasst, hat er es mir zuliebe trotzdem getan – und bei dem traumhaften Wetter war schnell klar, dass sich das absolut gelohnt hat. Von oben reichte der Blick über die Stadt bis hin zum Firth of Forth, auf das Edinburgh Castle und natürlich direkt hinunter auf den Weihnachtsmarkt.

Anschließend schlenderten wir noch durch die Victoria Street, eine der bekanntesten und fotogensten Straßen Edinburghs mit ihren bunten, geschwungenen Häuserfassaden. Natürlich sind wir dort auch in einen der Harry-Potter-Läden abgebogen, haben ein bisschen gestöbert und Butterbier getrunken – ein kleines bisschen Magie gehört hier einfach dazu.


Tea Room & Dorfidylle mitten in der Stadt

Ein besonders schöner Stopp war Clarinda’s Tearoom. Klein, gemütlich, herzlich und ein bisschen wie aus einer anderen Zeit. Genau der richtige Ort für eine entspannte Teepause mit Kuchen, Scones und ganz viel Gemütlichkeit.

Und dann ging es endlich an einen Ort, den wir bisher immer verpasst hatten: Dean Village. Wunderschön, ruhig, fast dörflich. Alte Häuser, der Water of Leith, Kopfsteinpflaster – und plötzlich fühlt sich Edinburgh ganz anders an.

Dean Village ist weit mehr als nur hübsch anzusehen. Das Viertel war bereits im 12. Jahrhundert besiedelt und entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem wichtigen Mühlenstandort entlang des Water of Leith. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde hier Getreide gemahlen, weshalb viele der historischen Gebäude ursprünglich Mühlen, Lagerhäuser oder Arbeiterunterkünfte waren. Erst später wurde das Viertel saniert und in ein ruhiges Wohngebiet verwandelt. Heute wirkt es wie ein kleines Dorf mitten in der Stadt, fast unwirklich idyllisch und genau deshalb so besonders.

Uns hat es richtig gut gefallen und wir waren uns schnell einig: Das hätten wir schon viel früher machen sollen.

Ganz in der Nähe von Dean Village liegt mit der Circus Lane eine der wohl fotogensten Straßen Edinburghs. Die schmale Kopfsteinpflastergasse mit ihren historischen Häusern, Natursteinmauern, rankendem Efeu und liebevoll bepflanzten Vorgärten wirkt fast wie ein Filmset. Früher diente sie als Zufahrtsweg zu Stallungen und Wirtschaftsgebäuden der großen Stadthäuser am Moray Estate.

So idyllisch sie wirkt, so gefragt ist sie auch: Wir mussten eine gefühlte Ewigkeit warten, bis ich endlich ein Foto ohne Menschen hinbekommen habe. Gerade weil die Circus Lane so bekannt und fotogen ist, waren dort ständig Leute unterwegs, Kameras gezückt, Selfies hier, Erinnerungsfotos da. Geduld zahlt sich aber aus… irgendwann gehörte die Gasse dann doch ganz kurz nur uns!


Schlafplatz & Fazit

Geschlafen haben wir wieder im Motel One Edinburgh-Royal, direkt an der Waverley Station. Perfekte Lage, kurze Wege, ideal für einen Städtetrip.

Am Ende waren es drei Tage voller Laufen, Genießen, Hot Mulled Wine, Whisky, Livemusik und ganz viel Edinburgh-Gefühl. Wir haben jede Minute ausgekostet und sind mit vielen neuen Erinnerungen, einigen Souvenirs und einem völlig unbeabsichtigt leicht illegal mitgenommenen Stück Käse *hüstel* wieder in Düsseldorf gelandet.

Edinburgh, du warst – mal wieder – genau unser Ding. 💚